Kann 1860 Dähne halten?

von Redaktion

Die Gespräche zwischen den Löwen und ihrem Torwart laufen – Einigung ungewiss

In Topform: Dähne zeigte in den vergangenen Wochen bärenstarke Leistungen im Löwentrikot. © Zink/Imago

München – Thore Jacobsen streifte sich seine Kapitänsbinde vom Arm und ging vom Feld. Sie wanderte weiter zu Max Reinthaler, Abwehrboss der Löwen und seit mehr als zwei Jahren (eine halbe Ewigkeit für 1860-Verhältnisse) im Club. Doch der Südtiroler lief schnurstracks zum Fels der Sechzger in der Regensburger Brandung: Thomas Dähne. Dass der Keeper die Binde der Löwen trägt, zeigt, welch immensen Stellenwert Dähne innerhalb weniger Monate in Giesing erlangt hat. Philipp Maier sagte nach dem 1:0-Erfolg im Totopokal-Halbfinale in Regensburg treffend: „So einen Keeper brauchst du in solchen Spielen.“

Dähne gibt den Kauczinski-Löwen seit Wochen die nötige Sicherheit im Spiel. Bis auf leichte Standschwierigkeiten bei Abschlägen wuchs der Torhüter in der Oberpfalz über sich hinaus, sicherte mit einer überragenden Vorstellung das Weiterkommen. Seit Monaten ist Dähne einer der formstärksten Giesinger, hielt seinen Kasten in fünf der letzten acht Pflichtspiele sauber. Beeindruckende Zahlen. Die Frage bleibt: Wie lange können die Sechzger noch auf die Dienste ihres Schlussmanns bauen?

In wenigen Wochen läuft der Vertrag des Oberbayern aus. „So schnell wie möglich verlängern“, fordern viele Fans in den Kommentarspalten. Nun, ganz so einfach ist das jedoch nicht. Zum einen haben sich Dähnes Leistungen auch oberhalb der Dritten Liga herumgesprochen. Und zum anderen werden sich die Löwen überlegen müssen, wie sie künftig das Gehalt des 32-Jährigen bezahlen möchten. Denn unsere Zeitung weiß: In dieser Saison übernimmt Dähnes Ex-Club Holstein Kiel noch einen Teil des Salärs. Nur so war es im Sommer möglich, den Torhüter in den Süden der Republik zu lotsen.

Geschäftsführer Manfred Paula wird also kreativ werden müssen, um den Kontrakt seiner Nummer Eins verlängern zu können. Wasserstandsmeldungen zu den Verhandlungen wollte Dähne nach dem Spiel in Regensburg zwar nicht abgeben. Abgeneigt von einem Verbleib in München scheint er jedoch nicht zu sein: „Wir befinden uns gerade in Gesprächen. Ich fühle mich wohl hier. Hoffentlich können wir bald etwas verkünden.“ Worte, die den Fans Hoffnung geben, auch im kommenden Jahr auf den reflexstarken Torhüter bauen zu können.

Neben finanziellen Aspekten will Dähne natürlich auch eine Perspektive für die kommende Saison aufgezeigt bekommen. Traditionell ist bei den Löwen Ende März noch schwer abzuschätzen, mit welchem Etat Paula die Spielzeit 2026/27 planen kann. Je vielversprechender das Konzept, desto größer die Chance, den Torhüter zum Bleiben zu überreden. Dähne ist ein Familienmensch, hat sich ein Haus in Salzburg gebaut. Da macht ein Arbeitgeber im nahen München doch weitaus mehr Sinn als in anderen Regionen Deutschlands. Also zubeißen, Löwen!MARCO BLANCO UCLES

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