Montag an der Säbener: Kompany auf dem Weg zum Dienst. © Philippe Ruiz
München – Die äußeren Bedingungen hätten am Montag unterschiedlicher kaum sein können. Sechs Grad und nasskalt in München, 19 Grad und herrlicher Sonnenschein in Madrid. Aber die Stars des FC Bayern, die sich zum Start in die Woche zumindest zu einem kleinen Teil wieder an der Säbener Straße versammelt haben, wissen natürlich genau, dass widrige Umstände ab sofort nicht mehr als Ausrede taugen. Acht Tage sind es noch, ehe am kommenden Dienstag (21 Uhr) das Hinspiel im Champions-League-Viertelfinale bei Real Madrid angepfiffen wird. Endlich Crunchtime! Ab sofort geht es um jedes Detail – auf und neben dem Platz.
Kampfansagen: Die Taktik in München wie in Madrid ist gleich. Erst Honig ums Maul schmieren, um dann die eigene Message loszuwerden. Eine Kostprobe? Kylian Mbappé sagte bei „Telefoot“: „In der Champions League treffen wir auf eine sehr starke Mannschaft, wahrscheinlich die formstärkste im Moment: Bayern München. Aber wenn es eine Mannschaft gibt, die sie schlagen kann, dann ist es Real Madrid.“ Und Uli Hoeneß führte im „kicker“ aus: „Ich würde unsere Chancen bei 50:50 sehen, weil Real immer auf den Punkt fit ist. Vorteil für uns, dass erst in Madrid, dann in der Arena, wo neuerdings eine unglaubliche Stimmung herrscht.“ Jede Wette: Da kommt diese Woche noch meht!
Training: Anders als Vincent Kompany hat Álvaro Arbeloa die ganze Länderspielpause mit dem Team trainiert – auch wenn zeitweise 13 Spieler ausgeflogen waren. An der Säbener Straße ist erst wieder seit Montag regerer Betrieb. Um 13.30 Uhr bat der Coach die noch überschaubare Trainingsgruppe am Montag zur ersten Einheit der Abstellperiode. Am Dienstag (10.30 Uhr) steht eine öffentliche Einheit an, insgesamt sind es noch fünf bis zum Abflug am Montag. Sie werden vor allem für den Feinschliff genutzt.
Verletzte: Dass auf dem Trainingsplatz der Bayern dennoch etwas los war, lag an der langen Verletztenliste. So machten sich in der vergangenen Woche parallel Manuel Neuer, Jamal Musiala, Alphonso Davies und Aleksandar Pavlovic fit für ein möglichst schnelles Comeback. Neuer soll am Samstag zu seinem ersten Spiel als 40-Jähriger kommen, auch Davies sah schon spritzig aus. Bei Dauer-Patient Musiala wird von Tag zu Tag entschieden, wie er die Belastung wegsteckt. Auch in Madrid dürfte der Kader zum Spiel gegen die Bayern wieder deutlich üppiger bestückt sein als zuletzt. Von einer regelrechten „Comeback-Welle“ schrieben die spanischen Medien vergangene Woche mit Blick auf Éder Militão, Raúl Asencio, Dani Ceballos und Ferland Mendy. Sicher fehlen wird Torwart Thibaut Courtois mit einem Muskelriss.
Wochenend-Programm: Ach ja, da war ja noch was! Bevor es kommende Woche zum Showdown kommt, ruft die Pflicht. Während es für den Tabellenführer FC Bayern zu Gast beim SC Freiburg am Samstag (15.30 Uhr) vor allem um ein gutes Gefühl – und womöglich den 101-Tore-Rekord – geht, ist Real unter Druck. Beim Tabellen-18. RCD Mallorca braucht das Arbeloa-Team dringend Punkte, um Barcelona an der Tabellenspitze nicht aus den Augen zu verlieren. Aktuell sind es vier Punkte Rückstand. Sieben wären doppelt blöd: Im Kampf um die Meisterschaft – und psychologisch vor dem Bayern-Knaller.HANNA RAIF, PHILIPP KESSLER