Guirec Soudée hat Geschichte geschrieben. © Tanneau/AFP
Brest – Am Ziel seiner Träume hatte Guirec Soudée ein schlechtes Gewissen. Als der abenteuerlustige Franzose nach 94 Tagen, 21 Stunden und 58 Minuten voller harter Herausforderungen auf hoher See seinen verdienten Heldenempfang in der französischen Hafenstadt Brest erhielt, erwartete ihn am Ponton auch sein entthronter Vorgänger Jean-Luc van den Heede mit 80 Jahren.
„Ich bin sehr gerührt, dass er extra angereist ist“, sagte Soudée, der nun der schnellste Mensch ist, der „falsch herum“ in einem Segelboot die Welt umrundet hat: „Ich bin einerseits sehr glücklich über diesen neuen Rekord, andererseits tut es mir auch ein bisschen weh, ihm diesen Rekord wegzunehmen.“
Von Ost nach West gegen vorherrschende Winde und Strömungen kämpfte sich Soudée durch mehr als 37.670 Seemeilen (etwa 70.000 km).
Der neue Rekordträger war am 23. Dezember aufgebrochen und hatte sich nicht zum ersten Mal in ein Abenteuer gestürzt. Für Aufsehen sorgte er vor allem, als er von 2014 bis Ende 2018 mit seiner Segelhenne Monique rund 45.000 gemeinsame Seemeilen zurücklegte. Bei seiner ersten Weltumrundung trat das Tier bei einem Stop auf den Kanarischen Inseln in das Leben des Franzosen – und war fortan nicht mehr wegzudenken.
„Ohne dich wäre ich während unserer 130-tägigen Überwinterung in Grönland, einschließlich der Tage der Polarnacht, verrückt geworden“, schrieb Soudée an seine treue Begleiterin, als diese 2023 gestorben war.SID