Selbst die Brille passt nicht mehr

von Redaktion

Petros ist in der Form seines Lebens und peilt nächsten Rekord an

Petros lief in Berlin deutschen Rekord. © Gollnow/dpa

Berlin – Amanal Petros verlor keine Zeit. Keine 24 Stunden nach seinem nächsten Rekordlauf saß Deutschlands Marathon-Star schon wieder im Flugzeug nach Kenia. „Die Arbeit geht weiter“, meinte Petros bei Instagram über das anstehende Trainingslager: „In vier Wochen ist der London-Marathon.“ Und da will der Vize-Weltmeister wieder abliefern.

„Ich möchte in London meinen deutschen Rekord angreifen“, sagte Petros, nachdem er am Wochenende in Berlin im Halbmarathon seine nationale Bestmarke auf 59:22 Minuten geschraubt hatte: „Ich gehe immer Schritt für Schritt nach vorne.“

Seit seinem Silber-Coup von Tokio schwebt Petros auf einer Erfolgswelle. Nur drei Monate nach seinem Sensations-Rennen in Japan war der 30-Jährige im Dezember in Valencia die klassischen 42,195 km in 2:04:03 Stunden gerannt. Wenn sein Plan aufgeht, könnte in London am 26. April sogar der Europarekord des Belgiers Bashir Abdi (2:03:36) fallen.

„Die Strecke ist allerdings nicht so schnell wie die in Berlin. Aber das Rennen ist natürlich hervorragend besetzt, sicherlich so stark wie kein anderer Marathon in diesem Jahr“, sagte Petros: „Ich will auch in London versuchen, vorne mitzulaufen.“

Und dafür schindet sich Petros jetzt noch einmal in Kenia, lebt spartanisch, spult in der Höhe zig Kilometer ab. Seine ohnehin schon beeindruckende Fitness soll noch einmal besser werden, für ein Lauf-Ass wie Petros zählt dabei jedes Gramm Körpergewicht.

Beim Halbmarathon in Berlin präsentierte sich Petros schon so schmal wie wahrscheinlich nie zuvor. Sogar seine Brille passte „nicht mehr richtig“, so dass er „sie während des Rennens abnehmen musste. Ich habe offenbar so abgenommen, dass sie nun zu locker saß.“

So hätte Petros schon in Berlin womöglich viel schneller laufen können, doch es war für ihn dann „einfach zu kalt“, sagte er: „Ich habe in den letzten zwei, drei Monaten in Kenia bei ungefähr 20 Grad Celsius trainiert. Das ist dann nicht so leicht, wenn man in die Kälte kommt. Ich bin da recht empfindlich und habe Schwierigkeiten mit der Muskulatur“. Für den London-Marathon hofft Petros „auf angenehmeres Wetter“. Doch bis zum Startschuss steht erst einmal noch viel Arbeit auf dem Programm. SID

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