Dortmunds Sportgeschäftsführer Lars Ricken (l.) kämpft um den Verbleib. © Neundorf/EPA
Heiße Ware auf dem Transfermarkt: Dortmunds Nico Schlotterbeck. © Wittek/EPA
Basel – Auf die drängende Frage nach seiner Zukunft hatte Nico Schlotterbeck nur gewartet. Also nutzte der Innenverteidiger von Borussia Dortmund die große Bühne bei der Fußball-Nationalmannschaft für ein Dementi, das in seiner Deutlichkeit keinen Raum für Spekulationen ließ. Die Informationen von Sky, wonach er unmittelbar vor der Vertragsverlängerung bis 2031 beim BVB stehe, würden „nicht stimmen“, sagte Schlotterbeck und rückte seine schwarze Kappe zurecht.
Er sei „sehr verwundert über die Berichterstattung“, schob der 26-Jährige, dessen Vertrag bis 2027 gültig ist, nach: „Dass die Unterschrift kurz bevorsteht, so weit sind wir leider noch nicht.“ Ganz offensichtlich hatte er sich bewusst dazu entschieden, nach dem 2:1 (1:0) gegen Ghana in Stuttgart mit den Medienvertretern zu sprechen.
Im fernen Dortmund mühte sich Lars Ricken am Dienstag rasch, sein Verständnis für den umworbenen Innenverteidiger zu betonen. „Nicos Aussagen sind nachvollziehbar. Wir haben weder einen Durchbruch, noch eine Einigung bestätigt, daher hat uns eher die jüngste Berichterstattung überrascht“, sagte der Sport-Geschäftsführer auf SID-Anfrage.
Das Ziel des Klubs sei weiterhin, Schlotterbeck „langfristig an den BVB zu binden“. Daran habe „sich nichts geändert“. Allerdings haben sich die Umstände in Dortmund geändert.
Von Sportdirektor Sebastian Kehl, mit dem Schlotterbeck nach eigener Aussage „lange verhandelt“ hatte, trennte sich der BVB am 22. März, Ole Book kam von der SV Elversberg als Nachfolger. „Das ist jetzt blöd für alle BVB-Fans, aber es ist keine einfache Situation für mich, weil Sebastian im letzten Moment gegangen ist“, sagte Schlotterbeck.
Ricken betonte dagegen erneut den „vertrauensvollen Austausch“ mit Schlotterbeck und dessen Management. Der BVB möchte mit dem Innenverteidiger als Eckpfeiler und Aushängeschild seine neue Mannschaft aufbauen – im Werben um einen Verbleib über 2027 hinaus macht sich der Klub aber auch von Schlotterbeck abhängig. Die Karten liegen längst auf dem Tisch, der Nationalspieler muss jetzt entscheiden und ist in einer starken Verhandlungsposition.
Dennoch ziert sich Schlotterbeck. Wohl im Wissen, dass es mit dem BVB schwieriger sein wird, Titel zu gewinnen, als mit einem anderen Team. „Ich hätte wahrscheinlich in den nächsten Wochen eine Entscheidung getroffen“, sagte Schlotterbeck: „Jetzt werden Ole und Lars meine Ansprechpartner sein. Das muss ich einfach schauen.“ Es sei jedenfalls nicht so, dass man davon schreiben könne, er stehe kurz vor der Verlängerung.
Bei einigen BVB-Fans scheint die Geduld mit dem Nationalspieler aufgebraucht, in den Sozialen Medien finden sich zahlreiche wenig schmeichelhafte Äußerungen. Schlotterbeck selbst hat mittlerweile reagiert und die Kommentarfunktion unter seinen Beiträgen eingeschränkt – aber auch dieses Echo wird er vor seinem Statement in Stuttgart einkalkuliert haben. Es warten spannende Woche auf Dortmund.SID