Bayern zittert um Kane

von Redaktion

Stürmer muss Training vor Real-Kracher abbrechen: „Leichte Verletzung aus dem Nichts“

Ungeliebte Rolle: Kane (links) verfolgte das 0:1 gegen Japan von der Tribüne. © Stansall/AFP

München – Bis Dienstagabend sah es ganz danach aus, als kämen die Spieler des FC Bayern verletzungsfrei durch die März-Länderspiele. Doch dann teilte der englische Fußballverband mit, dass sich Harry Kane im Training am Montag eine „leichte Verletzung“ zugezogen habe und deshalb für das Testspiel gegen Japan (0:1) geschont werde.

Der Torjäger reiste erst im Laufe des Mittwochs nach München, wo er umgehend von den Ärzten des FC Bayern an der Säbener Straße genauer untersucht wurde. Laut englischen Medienberichten soll es sich um eine Prellung handeln, eine exakte Diagnose des deutschen Rekordmeisters steht allerdings noch aus. „Es ist eine leichte Verletzung, die quasi aus dem Nichts kam – es ist einfach passiert. Er musste gestern nach 15 Minuten das Training abbrechen“, berichtete England-Nationalcoach Thomas Tuchel vor Anpfiff der Partie und dürfte mit seinen Aussagen für die eine oder andere Sorgenfalte bei den Münchner Verantwortlichen gesorgt haben.

Auf die Frage, ob es eine schwere Verletzung sei, meinte Tuchel trocken: „Es ist schwerwiegend genug, dass er nicht spielen kann. Wir müssen die weiteren Untersuchungen abwarten.“

Ausgerechnet wenige Tage vor dem Champions-League-Viertelfinalhinspiel am Dienstag gegen Real Madrid (21 Uhr, Amazon Prime Video) müssen die Bayern plötzlich um ihren Ausnahmestürmer bangen. Bereits Anfang März hatte Kane wegen einer Wadenverletzung gefehlt, und durfte wegen seiner Vielfachbelastung auch erst einige Tage später zu den Three Lions reisen. Darum hatte der Angreifer bereits beim 1:1 im vorherigen Länderspiel gegen Uruguay gefehlt.

Obwohl den 32-Jährigen immer mal wieder Problemchen plagen, beißt er vor allem in den wichtigen Spielen für den FC Bayern regelmäßig auf die Zähne. Nicht umsonst schwärmte Ehrenpräsident Uli Hoeneß jüngst im „Kicker“: „Er kann auf diesem Niveau mindestens noch drei, vier Jahre spielen. Er ist ein perfekter Profi, der seinen Körper pflegt. Er ist immer bei der Reha, bei den Physios.“ In den Reha-Räumen wird Kane auch in den nächsten Tagen häufiger anzutreffen sein.

Dass er weiterhin positiv bleibt, zeigte Kane selbst trotz der ungewollten Tribünen-Rolle auf Instagram. Es sei zwar nicht der gewünschte Erfolg gewesen, schrieb er in seiner Story, aber „das Trainingscamp war wichtig für die Jungs und hat zu vielen Lerneffekten geführt“. Was er schon ankündigt: „Wir stehen vor einem großen Sommer!“ Am liebsten würde Kane erst den Henkelpott holen – und dann den WM-Sieg.M. BONKE, P. KESSLER, H. RAIF

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