Lilli Freischem (l.) und Mia Freischem rudern um den Pokal. © Shepheard/AFP
London – Lilli und Mia Freischem haben vorgesorgt. Damit ihren Eltern beim heiklen Familienduell ein Dilemma erspart bleibt, verschenkten die Schwestern zu Weihnachten kurzerhand handgemachte Pullover mit geteiltem Cambridge-Oxford-Design. Beim legendären Boat Race, dem traditionsreichen Schlagabtausch der beiden Eliteunis, können Mutter und Vater Freischem also am Ende in jedem Fall jubeln – egal, welche Tochter zuerst ins Ziel rudert.
Doch nicht nur die Familie blickt voller Vorfreude auf das erste deutsche Schwesterduell auf der Themse. Die renommierten Zeitungen Times, Telegraph oder Daily Mail – sie alle erzählen die außergewöhnliche Geschichte der „Freischem sisters“ aus Köln, die die Ruderfans auf der Insel besonders verzückt.
Man verstehe erst, wenn man es einmal hautnah miterlebt habe, „wie legendär dieses Rennen ist“, sagte Lilli Freischem. Da es nun sogar zum Kräftemessen mit ihrer Schwester kommt, werde es wohl ein Public Viewing zu Hause in Deutschland geben. Die Eltern, verriet sie dem Telegraph, würden aber irgendwo entlang der etwa 6,8 Kilometer langen Strecke zwischen Putney und Mortlake mitfiebern.
Englische Medien schrieben von einem „historischen Ereignis“. Es ist das erste Mal seit 22 Jahren, dass Schwestern beim Boat Race aufeinandertreffen. Und zugleich die einzige und letzte Chance auf das besondere Duell der Freischems.
Denn Lilli, 26, Doktorandin der Atmosphärenphysik und schon im Vorjahr dabei, als ihre „Dark Blues“ aus Oxford zum achten Mal in Serie verloren, befindet sich in ihrem letzten Studienjahr. Mia, 24, Doktorandin der Chirurgie, feiert dagegen ihre Premiere.SID