Für alle Fußballfans, die Freude daran haben: Die neue Hymne, die SCHOPS nun auf Facebook veröffentlicht.
München – Die Sache hätte so gut sein können. So zumindest dachte Peter K. Schreiner, als ihm auf Facebook ein Mann mit dem Namen „Herbert Hainer“ schrieb. „Danke für deine Nachricht und danke für das großartige Lied“, schrieb der Mann, der angeblich der Präsident des FC Bayern war; ein echter Ritterschlag, zumindest für den Moment. Denn wie sich später rausstellte, war der Hainer-Account ein Fake-Account – und es dauerte keine Woche, da flatterte Post des Rekordmeisters ins E-Mail-Fach des bayerischen Mundart-Künstlers. Inhalt: Sein Song unter dem Namen „FC BAYERN – MIA SAN MIA“ verletzt das Urheberrecht.
Peter Schreiner erzählt seine Geschichte gerne, er erzählt sie auch ohne Groll. Aber man hört doch ein Erstaunen aus den Worten des Mannes, der unter dem Namen „SCHOPS“ deutschsprachige Musik veröffentlicht. Denn die Intention hinter seinem „für den FC Bayern und seine Fans“ geschriebenen Werk war keine Fußballbegeisterung, sondern sein eigener künstlerischer Anspruch. Er wollte dem FCB, seinen Fans und Feunden eine Freude zu Weihnachten machen, einen Neujahrsgruß senden. Ein bairisch gesungenes Lied für einen bayerischen Verein.
„Mein Stil ist das Bairische, ich pflege die Mundart“, erzählt er unserer Zeitung. Und so hat er halt im vergangenen Jahr festgestellt, „dass es keinen bairisch gesungenen Song über den FC Bayern gibt, der das „MIA SAN MIA“ Gefühl beschreibt“. Ein dem Genre nach Rap/Hip-Hop-Titel ist unter dem Namen „MIA SAN MIA“ veröffentlicht, „aber bitte! Das kann doch nicht alles sein!“ Also setzte Schreiner sich fünf, sechs Stunden hin, ließ „das Lied bayerisch fließen“ – und die Dinge nahmen ihren Lauf. Auf Facebook kam sein Werk super an: „Ich habe viel Zuspruch erfahren, mir haben viele Fans geschrieben.“ Aber die Direktion Fans des FC Bayern sah die Sache anders. In einer Mischung aus Lachen und Weinen sagt Schreiner: „Der Schuss ging nach hinten los.“
Wenn Urheber- und andere Rechte verletzt werden, muss der Riegel vorgeschoben werden – so liegen die Gesetze. Und es half auch nichts, dass Peter Schreiner in einem intensiven Mailverkehr für sein Werk kämpfte. Die FC Bayern München AG ist u.a. Inhaberin der geschützten Wortmarke „Mia san mia“ sowie „FC Bayern“. Da kann man nicht mal eine Ausnahme genehmigen, wenn das Lied noch so gut ist. Das nämlich war es – oder man muss fast sagen: ist es. Denn Schreiner hat „den Spieß jetzt einfach umgedreht“, wie er sagt.
Was er damit meint, kann man bald auf seiner Facebook-Seite hören. Den Bayern wird es nicht gefallen, aber diesmal sind ihnen die Hände gebunden. Denn der neue Songtext ist markenrechtlich nicht geschützt. Er lautet: „FC Blödmann – der san mia.“ Ein Schelm, wer Böses dabei denkt – sollte der fiktive Song anderen Fußballfans gefallen.HANNA RAIF