Holt Euch die drei Heimpunkte! Auftrag von 1860-Trainer Markus Kauczinski nach zwei sieglosen Ligaspielen. Althaus könnte gegen Mannheim den gesperrten Jacobsen ersetzen – Torwart Dähne ist hinten gefragt. © Sampics, Zink/Imago
München – Ostern, halb München ist ausgeflogen, der Frühling macht sich endlich bemerkbar. Leichtigkeit in der Luft? Nicht an der Grünwalder Straße 114. Hinter den Löwen liegt eine arbeitsreiche Länderspielpause: Einzug ins Finale des Landespokals, Testspiel in Dingolfing. Und vor dem Tabellensiebten aus Giesing liegt die heiße Phase im Aufstiegskampf der 3. Liga. Es sind die Wochen, in denen jeder Punktverlust den K.o. bedeuten kann. Entsprechend konzentriert geben sich die Löwen vor dem Heimspiel an Karsamstag gegen Mannheim (14 Uhr, BR live).
„Wir sind schon lange zum Siegen verdammt – das höre ich seit zwei Monaten“, sagte Trainer Markus Kauczinski in der Pressekonferenz an Gründonnerstag: „Die Dinge spitzen sich zu, man steht unter Druck. Nennen Sie’s, wie Sie wollen. Für mich ist das aber nichts Negatives. Je mehr sich die Dinge zuspitzen, desto fokussierter bin ich.“ Der erfahrene Coach lebt vor, was er fordert: Tunnelblick statt Tabellenrechner. „Nur dieses Spiel zählt!“
Die Losung lautet: Her mit dem Oster-Dreier! Denn ein Heimsieg gegen Mannheim wäre die Eintrittskarte in genau jene Endphase, die Kauczinski so schätzt – wenn Spiel auf Spiel folgt und keine Zeit mehr bleibt für Zweifel. „Ich mag das am liebsten, wenn man nicht viel überlegen muss“, sagt er. Schon am Dienstag geht es weiter – beim Tabellenfünften Cottbus (19 Uhr, MagentaSport live).
Doch damit aus dem Aufstiegstraum Realität wird, müssen die Löwen zulegen – vor allem vorne. „Es gibt kein Patentrezept“, räumt Kauczinski ein. Seine Mannschaft sei „immer für ein oder zwei Tore gut“, doch genauso zuverlässig klingelt es zuletzt hinten. Die Folge: zu wenig Punkte – und der Last-Minute-Schock von Duisburg (1:2). Die Analyse des Trainers ist klar: „Viele kleine Dinge addieren sich – zehn, zwölf leichte Fehler, die am Ende den Unterschied machen.“ Besonders schmerzhaft: die Standards. „Sehr unbefriedigend für mich“, sagt Kauczinski. Mal passt die Hereingabe, mal die Besetzung nicht – „vom Timing her gerade nicht gut“.
Personell entspannt sich die Lage zusehends – aber nicht im zentralen Mittelfeld. Kapitän Thore Jacobsen fehlt gelbgesperrt, Kauczinski muss mal wieder improvisieren. Drei jugendliche Bewerber gibt es (Althaus, Dordan, Husic), eine Tendenz noch nicht. „Am Ende entscheide ich aus dem Bauch heraus“, sagt der Coach. Auch hinten stellt sich die Frage zwischen Stabilität und Frische, zwischen Raphael Schifferl und Lasse Faßmann.
Und wer soll am Ende einen möglichen Elfmeter schießen? Keiner verwandelt so cool wie Jacobsen (fünf in dieser Saison), der nun für seine Spezialdisziplin ausfällt. Kauczinski nennt Kevin Volland und Sigurd Haugen – schon beim Totopokal-Halbfinale in Regensburg habe er so gewechselt, „dass nicht nur Leichtmatrosen übrig bleiben“. Apropos Regensburg: Am Ende der Osterferien kommt es zum Wiedersehen mit dem Jahn. Sonntag, 19.30 Uhr, unter Giesinger Flutlicht. Kauczinskis Ziel ist, dann immer noch eine „zugespitze“ Tabellenkonstellation zu haben.ULI KELLNER