Jubel in der Kurve – nach einer Leistungssteigerung: Linda Dallmann feierte mit den Fans den Halbfinaleinzug. © dpa
München – Es war nur noch eine Formsache, doch seit Gründonnerstag haben die Frauen des FC Bayern Gewissheit, auf wen sie im Halbfinale der Champions League treffen. Nach dem 6:2 im Hinspiel demütigte der FC Barcelona auch im Rückspiel die Erzrivalinnen von Real Madrid: 6:0. Die Katalaninnen sind in überragender Form – die Bayern-Frauen wissen, was auf sie zukommt. Zumal sie nun alleine ihr Land in den internationalen Wettbewerben vertreten.
Wolfsburg verlor nach dem 1:0 im Hinspiel das CL-Viertelfinal-Rückspiel in Lyon mit 0:4. Und im kleineren Wettbewerb, dem Women‘s Europa Cup, hatte Eintracht Frankfurt das Nachsehen: Nach dem 0:3-Debakel im Halbfinale-Hinspiel zu Hause gegen BK Häcken war das 1:0-Auswärtsspiel in Schweden zu wenig für einen Finaleinzug. Dort kommt es nun zum rein schwedischen Duell Hammarby IF vs. BK Häcken.
Für die Bayern-Frauen führt der Weg ins Finale über die Überfliegerinnen aus Barcelona. „Sie sind die beste Mannschaft der Welt. Wir müssen unseren besten Fußball spielen und von der ersten Minute an bereit sein“, sagte Kapitänin Glódís Viggósdóttir am Mittwoch nach dem 2:1-Sieg über Manchester United, durch den sich die Bayern-Frauen erstmals seit 2021 wieder für das Halbfinale qualifizierten.
Doch genau das könnte zum Problem werden. Denn bei den letzten Spielen in der Allianz Arena waren die Bayern-Frauen anfangs schläfrig. Gegen United fand die Mannschaft eine halbe Stunde nicht ins Spiel und geriet mit 0:1 in Rückstand. Erst danach dominierten die Bayern-Frauen – mit der Unterstützung von 25.000 Fans drehten sie die Partie. Ein Muster, das sich zu wiederholen scheint: Gegen Arsenal im November lagen sie sogar 0:2 zurück und gewannen 3:2, am ersten Bundesliga-Spieltag gegen Bayer Leverkusen dauerte es bis zur 76. Minute, ehe Vanessa Gilles vor 57.762 Zuschauern der erlösende Führungstreffer gelang. „Wir haben am Anfang immer Probleme. Wir sind noch nicht komplett daran gewöhnt, hier zu spielen. Ich hoffe, wir können das abstellen“, sagte Viggósdóttir.
„Wir haben wie mit Kötteln in der Hose gespielt“, wurde Linda Dallmann noch deutlicher. Das Hinspiel gegen Barcelona wird am 25. oder 26. April wieder in der Allianz Arena stattfinden – bis dahin müssen die Bayern-Frauen die Startprobleme auf der großen Bühne abgelegt haben und schon von Beginn an hellwach sein. „Gegen Barca haben wir ähnlich unsicher angefangen, die hauen einem dann drei Tore in den Knick“, erinnerte sich Dallmann an die bittere 1:7-Niederlage zum Auftakt der Champions League zurück.
Zunächst steht aber am Ostermontag das Halbfinale des DFB-Pokals gegen die SGS Essen (15.30 Uhr) an. Gegen den Tabellenvorletzten der Bundesliga sind die Bayern-Frauen als Titelverteidigerinnen haushoch favorisiert. Zumal das Spiel wieder im Campus-Stadion stattfindet – dort gab es bislang selten Eingewöhnungsprobleme.CHRISTIAN STÜWE