ZUM TAGE

Noch mehr Wagner wagen

von Redaktion

Auffälligkeit in der Bundesliga

Der 28. Spieltag dieser Saison beschert der Fußball-Bundesliga ein Trainerdebüt: Der 1. FC Köln hofft bei der Frankfurter Eintracht auf Inspiration durch seinen Neuen auf der Bank, René Wagner.

Wer das Geschehen nicht als Insider, sondern eher beiläufig verfolgt, wird fragen: Gibt es nicht schon einen Wagner in der Bundesliga? Dieser groß gewachsene, laute Typ mit Kinnbart, bei einem kleinen Club, Augsburg? Gab es. Das war Sandro Wagner. Er wurde nach dem 12. Spieltag entlassen. 15 Spieltage war die erste Liga Trainer-Wagner-frei.

Aber zwei verschiedene Wagners in einer Saison, das ist großartig und führt zu Veränderungen im Namens-Ranking der Bundesligahistorie mit 478 Trainern aus 63 Jahren. Sandro war der zweite Wagner, René ist der dritte, auch der Ur-Wagner, David (Beiname „Trauzeuge von Jürgen Klopp“) ist als Nachwuchschef in Leipzig nahe dran am großen Geschäft. Die drei Wagners überbieten die zwei Fischers (Klaus und Urs), Lorants (Gyula und Werner), Wolfs (Hannes und Wolfgang), Schusters (Dirk und Julian), Schultes (Gerhard und Helmut), die diversen Familien-Combos (Zeljko und Tschik Cajkovski. Klaus und Dino Toppmöller, Werner und Fritz Fuchs, Friedhelm und Wolfgang Funkel, Klaus und Matthias Sammer), sie ziehen gleich mit den Webers (Hans-Wolfgang, Heiko, Wolfgang) und gar den ey-Meyers (Gert, Hans, Ulrich). Lediglich die Schneiders (Gerd, Helmut, Josef, Richard, Thomas) und Schmidts (Aki, Frank, Heinz-Ludwig, Martin, Roger, Willi) hat der Wagner-Clan noch vor sich.

Und die Wagners haben Chancen, noch einer mehr zu werden. Denn ans Tor zur Bundesliga klopft die SV Elversberg – trainiert von Vincent Wagner, dem Durchstarter in der 2. Liga. Machen wir uns also auf die Wagner-Invasion gefasst: René bleibt drin, Vincent steigt auf, David ist im RB-Reich der logische Einspringer, wenn der ihm verbundene Head of Global Soccer den jetzigen Cheftrainer Ole Werner um einen Head kürzer macht. Und Sandro? Hat ein neues Management, das überlegt, ob er nach Augsburg noch einmal einem Bundesligisten die Chance gibt, ihn zu verpflichten, oder direkt in Premier League oder La Liga wechselt, die ihn mehr verdienen.

In einer Bundesliga mit vier Wagner-Trainern, der einzigen legitimen Gruppe Wagner, würde sich unsere tiefe Sehnsucht nach großen Wagnern widerspiegeln. Richard und alle, die ihm auf dem Grünen Hügel nachfolgten, Jasmin Wagner („Blümchen“), die Basketball-Brüder Moritz und Franz, der im Eishockey aktuell sehr bekannte Fabio Wagner, schließlich noch der kürzlich verschiedene Franz-Josef Wagner („Gossen-Goethe“) – es galt schon immer: mehr Wagner wagen.

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