Die Polizei verhinderte Schlimmeres. © Kahnert/dpa
Vermummte Hertha-Fans im Innenbereich. © Kahnert/dpa
Dresden – Der Schock bei Dynamo Dresden sitzt tief, die Folgen des Fan-Platzsturms im Spiel gegen Hertha BSC könnten für den gesamten deutschen Fußball gravierend sein. Die massiven Ausschreitungen beim Zweitligaspiel sind eine Belastung im Ringen von Fan-Vertretungen, Verbänden und Politik um Stadionsicherheit.
„Nach diesem erneuten Skandalspiel kann es für die weiteren Verhandlungen oder Gespräche kein Pardon mehr geben. Meine Geduld hat hier endgültig ein Ende“, sagte Sachsens Innenminister Armin Schuster (CDU). Die Vorkommnisse stünden symbolisch für eine „Gewaltfolklore“ in deutschen Fußballstadien und stellten den gesamten bisherigen Verhandlungsweg mit dem DFB und DFL infrage, erklärte Schuster weiter.
„Die Ergebnisse einer präzisen Aufarbeitung dieses Spiels durch die Vereine und die Stadt in Zusammenarbeit mit der Polizei lasse ich mir persönlich vorlegen“, betonte Schuster. Der Charakter einer kommenden Innenministerkonferenz werde auch maßgeblich davon geprägt sein, „wie drakonisch die Konsequenzen sind, die aus diesen Krawallexzessen gezogen werden“, betonte Schuster.
Am Samstag verhinderten 750 Polizisten aus Bayern und Thüringen sowie der Bereitschaftspolizei Sachsen Schlimmeres, auch einen möglichen Abbruch in der ersten Hälfte.
Dynamos Sport-Geschäftsführer Sören Gonther reagierte geschockt. „Es torpediert, was wir uns rundherum erarbeiten, mit Fanvertretern, Vereinsvertretern, DFL, Polizei und so weiter. Alle arbeiten seit Monaten daran, ein sicheres Stadionerlebnis zu garantieren. Und das nimmt uns als Verein jegliche Argumentation, für Faninteressen einzustehen“, sagte Gonther im Sport1-„Doppelpass“.
Bei dem Spiel wurde zunächst von beiden Seiten Pyrotechnik gezündet. Danach kletterten Anhänger beider Teams über die Zäune. Dresdner Anhänger rannten vermummt entlang des Spielfeldes zum Hertha-Fanblock. Dabei kam es zu einem kurzen Aufeinandertreffen beider Fangruppen.DPA