Hausotter bezwang van Barneveld. © Doppstadt/PDC Europe
München – Dieses Mal hatte Marcel Hausotter einen ganz besonderen Glücksbringer dabei. Seine achtjährige Tochter erlebte hautnah mit, wie der Papa zum ersten Mal ein Darts-Match auf der ganz großen Bühne gewinnen konnte. Völlig aufgelöst und immer noch mit einem Puls von 136 stand der 34-jährige Berliner nach seinem Sieg über den fünfmaligen Weltmeister Raymond van Barneveld zum Interview bereit.
„Ich wollte nur Spaß haben, ich habe alles wahrgenommen“, sagte er über die Gesänge, die durch das mit 3500 Fans gefüllte Münchner Zenith hallten. Hausotter spielt seit 22 Jahren Darts, konnte sich bereits 2014 für ein Turnier auf der European Tour qualifizieren. Danach war von ihm nicht mehr viel zu sehen. „Ich habe mich mehr auf meine Familie konzentriert“, so Hausotter gegenüber unserer Zeitung.
Seit 2023 spielt er wieder PDC-Turniere, über die Next-Gen-Serie holte er sich Matchpraxis und Selbstvertrauen, gewann 2024 zwei Titel. „Außerdem habe ich seitdem regelmäßig im Stream gespielt, das macht einiges aus, dass man gegen Menschen spielt“, erzählt Hausotter. Das mangelnde Training gegen Menschen sei „das, was die Deutschen meistens killt“.
Den Sprung in den Finaltag an Ostermontag (Sieger stand zu Redaktionsschluss nicht fest) schaffte „Hausi“ nicht. Mit 5:6 unterlag er Jonny Clayton. Dabei genoss er trotzdem die „Super-Hausi“-Sprechchöre und brachte das Zenith zum Beben, als ihm sieben Perfekte gelangen. Eins ist gewiss: München war der Höhepunkt seiner Karriere. Und das, obwohl Darts mittlerweile mehr ein Hobby geworden ist.A. VORMSTEIN