Rund ums Topspiel gute Gespräche

von Redaktion

Undav erklärt: „Alles gut mit Nagelsmann“ – Schlotterbeck: „Dauert nicht mehr lange“

Um Deniz Undav (li.) und Nico Schlotterbeck gab es viel Aufregung, beide versuchten, die Wogen zu glätten. © Langer/dpa

Jubel, der als provokant empfunden wurde: Nach Karim Adeyemis 1:0 kam es in Stuttgart zu Tumulten. © Kara/Imago

Stuttgart – Nico Schlotterbeck schlenderte mit dem Handy am Ohr und einem Grinsen im Gesicht entspannt aus dem Stuttgarter Stadion. Auch Deniz Undav blendete die ganze Aufregung der vergangenen Tage inklusive eines verrückten und emotionalen Topspiels kurzerhand aus. Nach dem Wirbel rund um das Länderspiel waren die beiden Nationalspieler sichtlich bemüht, die hitzigen Diskussionen wieder einzufangen.

„Ich will gar nicht so auf das Thema eingehen. Ich habe mit dem Bundestrainer geredet. Die Sache ist durch, es ist alles gut zwischen uns“, sagte Undav nach dem bitteren 0:2 (0:0) seines VfB gegen Borussia Dortmund.

Auf Inhalte des Gesprächs mit Julian Nagelsmann wollte der treffsicherste deutsche Stürmer der Liga nicht eingehen: „Das werde ich hier nicht sagen. Wir haben kurz geredet, es ist alles gut.“ Nagelsmann hatte den VfB-Torjäger trotz dessen Siegtor gegen Ghana (2:1) kritisiert und damit eine Debatte um Undavs Rolle im DFB-Team angestoßen.

Für ihn sei „nur wichtig, weiter Leistung zu bringen, der Mannschaft zu helfen und dem Land zu helfen, etwas Großes zu erreichen“, betonte Undav. Dafür werde er „immer alles geben“. Ohnehin liege jetzt erst mal der Fokus „voll auf dem VfB“.

Bei Schlotterbeck hatten nach dem WM-Test deutliche Aussagen über seine Zukunft in Dortmund einige Unruhe verursacht. Nun deutete der BVB-Abwehrchef im Vertragspoker eine baldige Entscheidung an. „Ich hatte ein gutes Gespräch mit Lars (Ricken, d. Red.) und Ole (Book). Wir führen die Gespräche diese Woche weiter. Dann wird es, glaube ich, nicht mehr lange dauern“, sagte der 26-Jährige. Er könne sich „natürlich vorstellen, hierzubleiben“.

Auch der neue BVB-Sportdirektor Ole Book gab sich entspannt. Zusammen mit Geschäftsführer Lars Ricken habe er „die Ideen für die Zukunft präsentiert. Er wirkte da sehr interessiert. Das Gespräch hat Spaß gemacht.“ Die Klarstellung Schlotterbecks unter der Woche habe er „nicht als Kritik am Verein, an mir oder sonst wem empfunden“.

Überhaupt wirkte Book nach dem glücklichen Sieg in Stuttgart sehr aufgeräumt. Mit seiner Premiere als Nachfolger von Sebastian Kehl sei er „sehr zufrieden“. Konnte er auch sein, denn eigentlich hatte nichts auf einen Sieg des Tabellenzweiten beim Dritten hingedeutet – bis Karim Adeyemi (90.+4) und Julian Brandt (90.+6) das Topspiel auf den Kopf stellten. Dass die BVB-Stars den Erfolg auch noch vor dem Stuttgarter Fanblock feierten, löste Tumulte aus. Sogar ein Klappstuhl flog auf den Rasen.

Doch nicht nur bei den VfB-Anhängern war der Frust riesig. Trainer Sebastian Hoeneß sprach nach einem Wortgefecht mit Kollege Niko Kovac fassungslos von einem „ganz, ganz bitteren Abend. Das tut weh“, sagte er, nachdem sein Team die große Chance verpasst hatte, sich im engen Rennen um die Champions-League-Plätze ein Polster zu verschaffen.SID

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