Mit an Bord: FCB-Superstar Harry Kane. © FCB/Instagram
Youngster Lennart Karl will nach seinem Siegtreffer in Freiburg auch in Madrid jubeln.
So sieht Selbstbewusstsein aus: Tom Bischof erzielte im Breisgau zwei wichtige Treffer. © Weller/dpa (2)
München – Der Jubel kannte keine Grenzen: Nachdem Lennart Karl am Samstag in letzter Sekunde zum 3:2 gegen den SC Freiburg traf, sprintete die gesamte Mannschaft zum Siegtorschützen und feierte den späten Erfolg zusammen mit Trainer Vincent Kompany auf dem Feld.
So emotional hatte man den Rekordmeister in dieser Spielzeit selten jubeln sehen. Das lag jedoch weniger an den drei Punkten in der Liga, die der FCB freilich dankend mitnahm (der Vorsprung auf den BVB beträgt nun weiter neun Punkte). Vielmehr spürte die Kompany-Elf, dass sie sich aktuell von keiner Mannschaft besiegen lässt – weder beim Sportclub in Freiburg, noch beim heutigen Duell mit Real Madrid (21 Uhr, Prime Video): „Dieses Spiel gibt uns viel Selbstvertrauen. Wir haben in der Kabine darüber gesprochen. Es war sehr wichtig“, erklärte etwa Torschütze Karl und schob eine Ansage an die Madrilenen hinterhert: „Wir fühlen uns im Moment unschlagbar!“
Auch Tom Bischof, der im Breisgau doppelt traf, ergänzte: „Ich bin sicher, dass wir Madrid schlagen können.“ Und Josip Stanisic erklärte: „Wir gehen mit 110-prozentigem Selbstvertrauen in das Spiel.“
Eine breite Brust im Santiago Bernabéu ist sicher hilfreich, gleichzeitig sollten die Münchner ihren Gegner nicht unterschätzen. Real verlor zwar seine Generalprobe am Samstag (1:2 gegen Mallorca), ist in der Champions League aber dafür bekannt, in den richtigen Momenten in Topform zu sein. „Real Madrid hat sich immer gegen Top-Teams behauptet“, kündigte Real-Trainer Alvaro Arbeloa an.
Ein Einsatz von Harry Kane ist weiter offen. Der englische Stürmerstar kam vergangene Woche mit einem angeschlagenen Sprunggelenk von der Länderspielpause zurück, am Wochenende musste Kane pausieren. Am Montag absolvierte er zumindest das Abschlusstraining, reiste mit nach Madrid und soll bestenfalls in die Startelf zurückkehren. „Ob er ihn aufstellt oder nicht“, sei die Entscheidung von Trainer Vincent Kompany, sagte Sportvorstand Max Eberl vor dem Abflug: „Aber zumindest ist er dabei und das gibt ein gutes Gefühl.“
So gehen die Münchner mit einer gesunden Mischung aus Selbstbewusstsein und Respekt in dieses Duell der Giganten im Viertelfinale. Seit neun Pflichtspielen warten die Münchner inzwischen auf einen Sieg gegen die Königlichen, letztmals gelang ein Weiterkommen in der Champions League im Halbfinale 2012.
„Das ist eine Weltklasse-Mannschaft mit herausragenden individuellen Qualitäten. Sie hatten sehr, sehr gute – aber auch schlechte Momente in dieser Saison“, analysierte auch Leon Goretzka auf der Münchner Vereinswebsite. „Erfahrungsgemäß kommt bei ihnen in der Champions League eigentlich immer etwas Gutes raus. Aber darauf werden wir vorbereitet sein.“ V. TSCHIRPKE, M. BONKE