BAYERN

Die Bestia Negra ist zurück

von Redaktion

Dank Diaz, Kane und Neuer: Halbfinale nach 2:1 bei Real so nah

Alle auf den Schützen: Jubel nach Kanes 2:0. © AFP

Ja! Ja! Jaaaaaaa! Upamecano und Gnabry hatten Großchancen leichtfertig vergeben, Luis Diaz ließ sich in der 41. Minute nicht zweimal bitten. Das 1:0 war verdient. © IMAGO

Madrid – Ungemütlich war es in Madrid am Dienstagabend vor allem vor dem Anpfiff. Und so musste sich auch der Bus des FC Bayern zum Kracher bei Real Madrid bei Gewitter inklusive Starkregen durch die spanische Hauptstadt kämpfen. Ein Glück, dass das Dach des Estadio Santiago Bernabéu an großen Champions-League-Abenden geschlossen ist – aber weniger stürmisch ging es auf dem Rasen nicht zu. Im Gegenteil: Luis Diaz war schon in der 41. Minute wie ein Wirbelwind zum 1:0 durch die Real-Abwehr gestürmt – und hatte den verdienten Bayern Sieg in diesem Viertelfinal-Hinspiel eingeleitet. Endstand nach einem hitzigen Kampf und weiteren Treffern von Harry Kane (46.) und Kylian Mbappé: 2:1 (1:0).

Der Bernabéu-Fluch ist nach 25 (!) Jahren besiegt, die Bestia Negra zurück – und das Halbfinale der Königsklasse vor dem Rückspiel am 15. April zum Greifen nahe. Ärgerlich, dass Bayern aus den vielen Großchancen nicht noch mehr Treffer erzielte, so oder so war es aber beeindruckend, wie das Team von Vincent Kompany den 15-maligen Champion spielerisch lange dominierte. Am Mittwoch kommender Woche gibt es den Matchball dahoam. Diese Bayern wollen ernst machen. Der Traum vom Henkelpott wird immer REALer.

„Eine unglaubliche Erfahrung wäre es, wenn wir hier gewinnen“, hatte Kompany vor dem Anpfiff gesagt – die A-Elf stand auf dem Rasen, motiviert von den in der Kabine gedruckten Worten „Crunch Time“. Übersetzt: Jetzt zählt‘s! Aber das war auch so jedem klar. Gänsehaut-Atmosphäre bei der Choreo, Stimmung aus dem Bayern-Block – und die Bayern im Vorwärtsgang. Laimer hatte die erste Chance, Olise per Freistoß die nächste, Upamecano (9.) hatte das 1:0 zu 99 Prozent auf dem Fuß. Antreiber in dieser fulminanten Anfangsphase: Joshua Kimmich.

Real machte, was zu erwarten war. Hinten drin stehen und lauern. Aber auch wenn die Bayern tiefer standen als sonst, kamen die Königlichen immer wieder durch. Neuer war gegen Mbappé (16./28.) und Vinicius Jr. (18.) zur Stelle, wichtig! Denn der 40-Jährige kam gegen die schnelle Real-Offensive mit schnellen Spieleröffnungen auch immer wieder in Not. Riskant, vor allem solange vorne noch kein Tor fiel. Die nächste 100-Prozentige vergab Gnabry nach einem Abwehrpatzer. Solche Dinger sollte man machen (27.). Aber die Bayern straften noch vor der Pause alle Kritiker Lügen. Über Olise, Kane und Gnabry erreichte der von Vini Jr. verlorene Ball den perfekt laufenden Diaz – und da war es, das 1:0 (41.).

Es hätte früher fallen können, aber es war verdient. Genauso wie das 2:0 wenige Sekunden nach dem Seitenwechsel. Real noch im Tiefschlaf, dafür Pavlovic, Olise und Kane aus der Distanz hellwach (46.). Auf der Gegenseite war der überragende Neuer mehrfach zur Stelle, aber Real schlug in der hitzigen Schlussphase trotzdem noch zu. Mbappé löste sich von Upamecano, Neuer konnte den Einschlag nicht verhindern (74.). Von den Rängen wurde es stürmisch, sogar sehr. Aber Bayern blieb am Drücker, hätte sogar noch öfter treffen können. Aber viel wichtiger: Man hielt allen Wirbelwinden stand.H. RAIF, V. TSCHIRPKE

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