Der einstige Weltmeistermacher Mario Götze wird seine aktive Karriere in Frankfurt beenden. Im Jahr 2028. Der Memminger, längst eine eigene Marke und ein Mann von Welt, Unternehmer und Weiterdenker, wird dann fast 36 Jahre alt sein. So methusalemmäßig. Götze wird dann, an einem Stück, länger als bei Bayern München und auch länger als bei „seinem“ BVB gewesen sein.
Die Beziehung zwischen dem Traditionsklub vom Main und dem hochgeflogenen und dann tief gefallenen Superstar ist eine fruchtbare, eine irgendwie auch kitschig-schöne. Da haben zwei zueinandergefunden, die auf den ersten Blick gar nicht zusammengehörten. Doch es passt.
Seine Unterschrift ist ein klares Bekenntnis – und eine Verpflichtung. Mario Götze weiß, was er an dem Club hat und was er ihm gegeben hat. Er ist dankbar. Und sieht seine Aufgabe längst nicht mehr nur darin, auf dem Spielfeld den entscheidenden Pass zu spielen und seine Nebenleute glänzen zu lassen. Das, auch das gehört zur Wahrheit, ist ihm in dieser verkorksten Runde eh viel zu selten gelungen. Er wird sich auf dem Platz signifikant steigern müssen. Denn der 33-Jährige will kein Maskottchen sein, die Liebe zum Fußball treibt ihn an, der Wettbewerb auf höchstem Niveau, die Challenge, wie er es ausdrücken würde.
Götze ist gleichwohl einer, der das große Ganze im Blick hat, der mit seiner Geschichte den unverbrauchten, ja unverdorbenen Spielern helfen will. Sie himmeln den Altmeister noch immer an, seine schwierige Geschichte, sein Tor für die Ewigkeit, der Besuch im Fußballhimmel und der brutale Weg zurück durch die Hölle, der Superheld und der Prügelknabe – all das ist Mario Götze.
Für die Eintracht ist er Gold wert, die Marke Mario Götze öffnet Türen, ist ein Botschafter des Vereins, er ist längst eine Galionsfigur, auch im Marketing; die Menschen lieben ihn, er ist gereift, freundlich, trotz seiner Vita und seines Jetset-Lebens geerdet; ein Aushängeschild des Vereins. Er ist einer, der Identifikation stiftet. Von denen gibt es nicht mehr so viele bei der Eintracht. Und woanders auch nicht.