TV-KRITIK

Gänsehäute im Circus Maximus

von Redaktion

München, Mailand – egal, Hauptsache nicht Madrid! Unter diesem Motto hat Amazon gestern das Spiel der Spiele übertragen, die Mutter aller Viertelfinals. Die große Frage war: Werden die Bayern endlich wieder zur gefürchteten „Bestia negra“, zur schwarzen Bestie? Oder bleibt’s, wie bei den letzten Versuchen, beim zartrosa Zwergpony? Die Hoffnung aller FCB-Fans lautete: Bring das Schwarze back! Ob’s geklappt hat, ermittelten ganze Kohorten ausgezeichneter Amazon-Experten.

– La cobertura: Das spanische Gedöns war unterhaltsam wie gewohnt. Moderator Jonas Friedrich meldete sich aus dem „Circus Maximus der Champions League“ – mehr geht nicht. Man freut sich ja immer, wenn Amazon überträgt – ist billiger als DAZN, das Bild ist besser, und man erfährt sportlich mehr als bei Laura Wontorra und Sachsen-Schwatztante Michael Ballack. Da befand Lieblingsexperte Chris Kramer zurecht: „Ich kenne keinen Menschen, der das Spiel heute nicht guckt.“

– Los analistas: BVB-Berater Matze Sammer, Experte für Ausscheiden, war nicht da – gutes Omen für Bayern. Die, die da waren, sorgten für spannende Infos und für Fröhlichkeit. Chris Kramer erklärte clever, warum Bayern „die beste Gegenpressingmannschaft der Welt“ ist – und warum Real ohne Toni Kroos und Luka Modric nur noch die Hälfte wert ist. Er schlug konstruktiv vor, wie das mit einer Gelbsperre für Vini jr. funktionieren kann: „Einmal schubsen!“ Weltmeister-Kollege Mats Hummels schilderte plakativ, wie erdrückend das Bernabéu wirken kann: „Beim Weiterkommen 2013 hier mit Dortmund waren die letzten 15 Minuten die Hölle. Wenn ich das ab und zu auf YouTube anschaue, denke ich immer noch, wir fliegen raus.“

– Los comentaristas: Hannes Herrmann und Amazons Dritt-Weltmeister Benedikt Höwedes hatten Gänsehaut vor lauter Begeisterung über das Spektakel. „Oh mein Gott“, japste Herrmann nach der 127-prozentigen Chance von Serge Gnabry. Er hatte mitgezählt und wusste nach 29 Minuten zurecht: „Es kann hier schon 3:3 stehen.“ Bei Harry Kanes 2:0 direkt nach der Pause herrschte bei den beiden erstmal ungläubiges Schweigen, bis Hannes Herrmann befand: „Besser kannst du in eine zweite Halbzeit nicht starten!“ Das war keine Gänsehaut mehr, das waren ganze Gänsehäute. Quasi die Häute-Show.

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