Stilles Gedenken: Rund 200 Trauergäste nahmen auf dem Friedhof von Mainburg Abschied von 1860-Ikone Karsten Wettberg. © mbu
Würdiges Wetter: Trauermarsch für den „König von Giesing“. © mbu
„In unserem Herzen lebst du weiter“: Abschiedsgruß auf der Trauerkarte. © mbu
Mainburg – Fußballtrikots in Gotteshäusern haben Seltenheitscharakter. Die Löwendressen, die am Dienstagnachmittag in der Evangelisch-Lutherischen Erlöserkirche im niederbayerischen Mainburg zu sehen waren, drückten tiefe Dankbarkeit der Fans aus. Dankbarkeit gegenüber Karsten Wettberg, der den TSV 1860 Anfang der 90er-Jahre als Trainer aus der Versenkung geholt hatte und auch später in anderen Funktionen seine tiefen Spuren hinterließ. Am 29. März war Wettberg nach langer Krankheit verstorben, am gestrigen Dienstag wurde er beigesetzt. Wettberg hinterlässt seine Ehefrau Gisela, die mit dem gemeinsamen Sohn und der restlichen Familie in den ersten Reihen Platz nahm.
Auch vom TSV 1860 hatten trotz des Abendspiels in Cottbus aktuelle und frühere Funktionäre den Weg nach Mainburg auf sich genommen: Hans Sitzberger, Sebastian Seeböck, Christian Dierl, Stefan Lex. Ebenfalls unter den Trauernden: Ex-Allesfahrer Franz Hell.
Am Morgen hatten die Löwen über ihre Kanäle daran erinnert, dass die Beerdigung nur für Familienangehörige und gute Bekannte gedacht war. So sollte ermöglicht werden, dass die Familie Wettbergs in Ruhe um einen geliebten Menschen trauern kann. Und so war es auch: Das sonnigeFrühlingswetter bot einen wunderbaren Rahmen, um den „König von Giesing“ würdig zu verabschieden. Einige Fans hatten es sich dennoch nicht nehmen lassen, dem Kulttrainer die letzte, stille Ehre zu erweisen.
Für alle weiteren Anhänger der Sechzger oder genauer gesagt Wettbergs besteht am Freitag die Gelegenheit, sich zu verabschieden. Dann nämlich findet in der Nazarethkirche in Bogenhausen um 19 Uhr ein Gedenkgottesdienst unter der Leitung von Pfarrer Rainer Maria Schießler statt. Der 65-Jährige schuf bereits vergangenes Jahr bei einer Trauerfeier einen würdevollen Rahmen für den damals verstorbenen Löwentrainer Werner Lorant.
Dieser große Rahmen zeigt: Wettbergs Wirken ging weit über den Fußball hinaus – das wurde am Dienstag auch in seiner Heimat schnell klar. Die Wertschätzung für den 1,67 Meter kleinen, aber doch gleichzeitig so unendlich großen Mann war den Besuchern deutlich anzumerken. Auf der Sterbekarte stand geschrieben: „Nichts stirbt, was in der Erinnerung weiterlebt. In unseren Herzen lebst du weiter!“
Mach es gut, König von Giesing!MARCO BLANCO UCLES