IM BLICKPUNKT

Vini vergeht das Lächeln…

von Redaktion

Tanz, Vini, tanz! So stand es auf dem T-Shirt eines Anhängers von Real Madrid geschrieben, der gestern vor dem Estadio Santiago Bernabéu Schlange stand. Die Botschaft war klar: Vinicius Junior, der Superstar von Real Madrid, der nach seinen Toren gut und gerne mal eine provokante Tanzeinlage unmittelbar vor den gegnerischen Fans hinlegt, sollte auch gegen die Münchner die Hüften schwingen. Eben so wie bei seinem Doppelpack im Halbfinale vor zwei Jahren. Nur: Diesmal landete der Brasilianer keinen Stich gegen die Hintermannschaft des deutschen Rekordmeisters.

Doch damit nicht genug: Neben seinen sportlichen Qualitäten ist das Enfant terrible der Madrilenen auch bekannt dafür, seine Gegner mittels bisweilen unsportlicher Gesten an den Rand des Erduldbaren zu treiben. Diese Art von Game-Management wäre auch gestern Abend aus Sicht der Münchner ein Mittel zum Zweck gewesen, um für Unterbrechungen zu sorgen, den Spielfluss zu stören und das positive Resultat auf die etwas unorthodoxe Weise mit nach München zu nehmen. Doch mitnichten! Die Mannschaft von Cheftrainer Vincent Kompany machte viel lieber das, was sie auch die gesamte Saison über getan hatte: nach dem 2:0 weiter Fußball spielen, weiter drücken – und hinten versuchen, Vinicius mit fairen Mitteln in die Schranken zu weisen.

Und dann, in der 62. Minute, war sie dann doch da: die Chance für den Brasilianer, Real nach einem Schnitzer von Dayot Upamecano wieder ins Spiel zu bringen. Vini lief auf Neuer zu, legte sich die Kugel am Schlussmann vorbei, verfehlte das Tor jedoch. Doch dann, kurze Zeit später, schob Mbappé aufgrund der Passivität von Upamecano & Co. doch noch zum 2:1 und bestätigte genau das, was bereits vor Anpfiff klar gewesen war: Es benötigt vonseiten aller Beteiligten 110 Prozent, um den absoluten Dominator des Wettbewerbs aus dem Turnier zu kegeln. Die Tür zum Halbfinale steht offen. Bevor Kompanys Burschen durchgehen, bitten Vini & Co. aber nochmal zum Tanz…LOP

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