So darf es weiter gehen: Diaz‘ Tor. © IMAGO
Erleichtert: Neuer und Kimmich. © IMAGO
Alles im Griff: Kompany bekam Sonderlob. © IMAGO
Weiter geht‘s am Mittwoch: Im Hinspiel haben Upamecano und Co. verdient gegen Mbappés Real gewonnen. Aber es sind noch 90 Minuten. Mindestens. © afp
Madrid – Es hatte etwas von einer Erlösung: Das 2:1 des FC Bayern gegen Real Madrid war der erste Sieg gegen die Königlichen seit 2012 und neun sieglosen Pflichtspielen in Folge, auswärts in Madrid war es sogar der erste Erfolg seit 25 (!) Jahren – der Rekordmeister reiste am Mittwoch also stolz und mit breiter Brust zurück nach München.
Mit Blick auf das Rückspiel am kommenden Mittwoch (21 Uhr, DAZN) warnte der Vorstandsvorsitzende Jan-Christian Dreesen trotzdem vor dem spanischen Starensemble und schärfte die Sinne: „Wir führen nur mit einem Tor. Wir brauchen noch einmal so eine Leistung im Rückspiel“, erklärte Dreesen auf seiner Bankettrede im „Four Seasons“ Hotel in Madrid.
Der Tenor war klar: Obwohl man Real in diesem Viertelfinalhinspiel größtenteils dominiert hatte, ist die 2:1-Führung ein trügerisches Ergebnis. Denn schon ein Gegentor reicht, um die Königlichen beim zweiten Duell in der Allianz Arena wieder in die Verlosung zu bringen. Und dass Madrid selbst bei einer schlechten Leistung brandgefährlich ist, bewiesen die Konterangriffe im Santiago Bernabeu am Dienstag, bei denen Vinicius Junior und Kylian Mbappé jedoch regelmäßig an Manuel Neuer scheiterten.
Trotzdem, und das ist die wichtigste Erkenntnis aus diesem Viertelfinal-Hinspiel, hat der FC Bayern bewiesen, mehr als ebenbürtig mit Real Madrid zu sein. Die Elf von Vincent Kompany schnürte die Spanier teils derart ein, als würden sie ein Ligaspiel gegen Union Berlin bestreiten. Selbst auf allerhöchstem Niveau derart forsch zu agieren, erfordert Mut – und Vertrauen in die eigenen Qualitäten: „Vincent, wir sind dir alle zu besonderem Dank verpflichtet“, richtete Dreesen daher lobende Worte an seinen Trainer. „Du hast die Mannschaft top auf den Gegner, auf das Spiel, auf dieses Stadion eingestellt. Das hast du fantastisch gemacht.“
So sah es auch Max Eberl: „Wir haben mutig Fußball gespielt“, erklärte der Sportvorstand, wollte aber ebenfalls noch nicht in zu großen Jubel verfallen. „Wir haben die erste Halbzeit gewonnen, vor unseren Fans in München spielen wir die zweite Halbzeit. Wir haben einen Vorteil.“
Um diesen Vorteil in einen Halbfinaleinzug umzumünzen, muss der FC Bayern im Rückspiel defensiv ebenso konzentriert auftreten und seine eigenen Chancen konsequent nutzen. Denn wenn es trotz dieses erlösenden Erfolgs ein Manko gibt, dann, dass die Chance verpasst wurde, höher zu gewinnen. „Wir hätten sogar noch das eine oder andere Tor mehr machen können“, erklärte Jonathan Tah. Manuel Neuer ergänzte: „Es wird eine harte Aufgabe in München.“ Dass der FC Bayern imstande ist, sie zu lösen, hat er aber bewiesen.VINZENT TSCHIRPKE