ZUM TAGE

Kompany hat den größten Anteil

von Redaktion

Die Lehren aus Madrid

Was für einen Unterschied ein Jahr machen kann: Noch vor 12 Monaten, beim Viertelfinal-Aus gegen Inter Mailand, stand vieles beim FC Bayern auf dem Prüfstand. Woran lag das Ausscheiden gegen die Italiener? Und wie stark ist der Kader im internationalen Vergleich? Als Antwort wurde damals vor allem auch das Verletzungspech ausgemacht, das die Münchner in der entscheidenden Phase traf. In diesem Jahr, in dem die Chancen fürs Halbfinale nach dem 2:1-Sieg im Hinspiel gegen Madrid nun sehr gut stehen, ist das anders: Abgesehen vom angeschlagenen Harry Kane, der trotzdem traf, konnte der FC Bayerm gegen Real aus dem Vollen schöpfen. Doch ist das schon die Antwort darauf, warum man in dieser Saison selbst auf allergrößter Bühne derart überzeugt? Nein – denn der entscheidende Faktor steht an der Seitenlinie.

Schließlich hat Vincent Kompany seine Spielidee inzwischen so konsequent umgesetzt, dass seine Mannschaft selbst im Santiago Bernabeu den Gegner erstickt und das Spiel macht. Natürlich hat er in Luis Diaz und Jonathan Tah im Vergleich zur letzten Saison auch zwei hochklassige Neuzugänge in seiner Startelf, das Verletzungspech ist in diesem Jahr aber nicht weniger: In Jamal Musiala und Alphonso Davies fielen zwei Topstars über weite Strecken aus und sind immer noch nicht in Topform. Kompanys großer Verdienst ist es aber, dass man diese Ausfälle kaum spürt. Die eigentlichen Vertreter Josip Stanisic und Serge Gnabry haben sich zu Stammspielern gemausert und ein neues Niveau erreicht, genau wie so viele andere Spieler (wie Laimer und Karl). Und Kompanys Arbeitsethos – weiter, immer weiter, gepaart mit einer sympathischen Portion Demut – tut dem gesamten Verein gut.

Ob er angesichts des 2:1-Erfolgs nun seinen Geburtstag am Freitag noch besser feiern könne, wurde der Trainer nach Abpfiff gefragt. „Mein 40. Geburtstag hat keine Priorität in einer Woche mit Real, St. Pauli, Real.“ Dass er neben seinem Geburtstag und dem persönlichen Jubiläum (100. Pflichtspiel als Bayern-Coach) wirklich an St. Pauli denkt, hätte man wohl kaum einem Trainer abgenommen – Kompany schon.

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