Real bläßt zur „Remontada“

von Redaktion

Madrilenen vom Weiterkommen überzeugt: „Haben keine Angst“

Moment der Hoffnung: Das 2:1 zeigte, was auch für nächste Woche gilt – dass Real immer treffen kann. © MARTIN/imago

Madrid – Der Schlusspfiff im Estadio Santiago Bernabéu war lediglich ein paar Minuten alt, da machte schon das Wort „Remontada“ im Pressebereich des Madrider Fußballtempels die Runde. Die spanischen TV- und Radioreporter benutzten es während ihrer Liveschalten. Die Vertreter der Printmedien ließen es während ihrer Analysen ebenfalls fallen. Und auch bei den Fragen an die Spieler von Real Madrid war das Wort ein ums andere Mal zu hören. Mit „Remontadas“, was zu Deutsch so viel wie Aufholjagd heißt, kennt man sich beim 15-fachen Champions-League-Sieger schließlich aus. Daher war es auch nicht verwunderlich, dass die Königlichen nach der 1:2-Heimschmach gegen die Bayern im Viertelfinalhinspiel der Königsklasse direkt zur „Remontada“ bliesen.

Der Erste, der das Rückspiel am kommenden Mittwoch in der Allianz Arena aufheizte, war Reals Superstar Vinícius Júnior: „Wir leben! Wir müssen daran glauben“, schrieb der Brasilianer bei Instagram. Sein Mannschaftskamerad Federico Valverde stimmte mit ein: „Wir sind überzeugt, dass wir das Ruder herumreißen werden.“ Verteidiger Trent Alexander-Arnold ging sogar noch einen Schritt weiter: „Es ist erst Halbzeit. Wir müssen dort zumindest ein Tor erzielen, wenn nicht sogar mehr. Das Ziel ist, diesen Wettbewerb zu gewinnen. Wir werden alles geben, um in die nächste Runde zu kommen. Die Aufgabe ist groß.“ Aber in den Augen der Protagonisten vom weißen Ballett, die schon die eine oder andere Sternstunde auf der größten europäischen Bühne vorzuweisen haben, durch und durch machbar.

Das sahen auch die Hofberichterstatter so. Das spanische Fachblatt „AS“ schrieb Folgendes: „Hoffnungsvolles Ende eines schlechten Tages. Eine Stunde lang war Real Madrid dem überragenden FC Bayern München hilflos ausgeliefert, kämpfte sich am Ende zurück, hätte beinahe noch ein Unentschieden geholt und ist vor dem Rückspiel in München weiterhin im Rennen.“ „Marca“ fügte an: „Mbappé schenkt Real einen Hoffnungsschimmer gegen eine Klasse-Mannschaft. In München ist ein Wunder nötig. Real Madrid hat es schon einmal geschafft. Und wir sprechen hier von Europa. Alles ist möglich.“

Am deutlichsten wurde jedoch Álvaro Arbeloa. Der Trainer der Madrilenen, der sich auch aufgrund einer nicht gegebenen Roten Karte für Jonathan Tag infolge eines rüden Einsteigens gegen Kylian Mbappé beschwerte („unverständlich“), beschwor direkt den Geist der „Remontadas“: „Gegen diese Mannschaften bezahlst du Fehler, wenn du sie begehst. Man muss sich dem aber stellen. Wir haben ein Tor erzielt, das uns Hoffnung gegeben hat – und wenn es ein Team gibt, das in München gewinnen kann, dann ist es Real Madrid. Wir haben keine Angst.“ Schöne Grüße nach München!JOSÉ CARLOS MENZEL LÓPEZ

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