DER KOMMENTAR ZUM TSV 1860

Schaut endlich in den Spiegel, Löwen!

von Redaktion

Aus und vorbei: Der TSV 1860 München dreht mindestens noch eine weitere Extrarunde in der 3. Liga. Der Aufstiegstraum ist beim peinlichen 0:3 in Cottbus endgültig geplatzt. Wobei man ehrlich sein muss. Schon in den Wochen zuvor hatte es sich abgezeichnet: Sechzig hat in dieser Zusammensetzung nicht das Zeug dazu, im Sommer endlich in die Zweite Bundesliga zurückzukehren. Gab auch Trainer Markus Kauczinski nach dem Fiasko in der Lausitz zu: „Gewisse Sachen konnten wir über die Zeit kaschieren – heute leider nicht.“ Zeit, darüber traurig zu sein, haben die Löwen nicht. Zu viele Baustellen haben sich in Giesing wieder einmal aufgetan. Verstecken hinter der Ausrede „unklare Ligenzugehörigkeit“ kann sich bei 1860 spätestens nach dem Cottbus-Fiasko niemand mehr. Bis auf das Finale im Totopokal am 23. Mai in Würzburg wird es in den kommenden Wochen eher wichtig, was neben dem Platz passiert. 16 Verträge laufen im Sommer aus. Nicht nur Coach Kauczinski meinte zuletzt öffentlich: Das sind exorbitant viele. Die einzig beständige Löwenachse in dieser Saison – bestehend aus Thomas Dähne, Thore Jacobsen, Kevin Volland & Sigurd Haugen – droht schon wieder auseinanderzubrechen. Bei Dähne und Jacobsen laufen die Verträge aus. Und beim norwegischen Angreifer (12 Saisontore) beobachten Zweitligisten die Lage ganz genau. Kurzum: Sechzig muss kreativ werden, will man seine Leistungsträger in Giesing halten. Hasan Ismaik wird den Geldbeutel im Sommer aller Voraussicht nach nicht öffnen, will sich lieber heute als morgen von den Löwen zurückziehen. Problem: Man muss erst einmal jemanden finden, der den Altmeister von 1966 mit all seinen Problemen vom Jordanier übernimmt. Neben den laufenden Kosten für das kickende Personal machen drei weitere Ausgabefelder 1860 enorm zu schaffen: Die im Herbst 2025 entlassenen Patrick Glöckner und Christian Werner kosten eine ordentliche Stange Geld. Und am heutigen Donnerstag wird wohl auch Ex-Geschäftsführer Oliver Mueller den Sechzgern tief ins eigentlich bereits gähnend leere Portemonnaie greifen. Die nach wie vor nicht geklärte Zukunft des Grünwalder Stadions kommt noch on top dazu. Auf 1860 rund um Geschäftsführer Manfred Paula und Präsident Gernot Mang wartet viel Arbeit. Der Blick in den Spiegel ist für die Löwen nach Cottbus endgültig klar, wenn auch schonungslos bitter. Sechzig muss jetzt die Grundlagen dafür legen, um für die kommende Saison gerüstet zu sein. Ansonsten wird man ihm nie entkommen, dem Teufelskreis namens 3. Liga.

Artikel 11 von 11