Feuer frei für furioses Tennis

von Redaktion

Das Feld der BMW Open ist so interessant wie nie – wer sticht heraus?

In Monte Carlo besiegte Alexander Bublik Gael Monfils. © Hache/AFP

Nur noch ein Schatten früherer Tage: Stefanos Tsitsipas. © Nogier/EPA

Ihm gehört die Zukunft: Joao Fonseca wurde bereits Junioren-Weltmeister. © Ulashkevich/EPA

Alexander Zverev 2025 mit Siegerlederhose und Freundin Sophia Thomalla.

München – Kleckern, nicht klotzen – war nicht unbedingt die Herangehensweise der Bosse am Aumeister. Voller Einsatz – ja. Aber die Veranstalteragentur MMP hat die BMW Open in den vergangenen Jahren zusammen mit dem Team um Iphitos-Club-Präsident Fabian Tross eher ruhig, aber mit dem richtigen Auge peu à peu umgekrempelt. Herausgekommen ist etwas Großes. Nach der Vorjahrespremiere in der hochgestuften 500er-Turnierkategorie, schlagen in diesem Jahr nach der verletzungsbedingten Absage von Taylor Fritz sieben Top-20-Spieler in München auf. „Feuer frei ab der ersten Runde“, sagt Turnierdirektor Patrik Kühnen. Wir stellen die wichtigsten Stars vor.

■ Alexander Zverev

Vorjahressieger, Publikumsliebling und nach wie vor Grand-Slam-Titel-Suchender. Sein „Wohnzimmer“ ist Hamburg, aber München entwickelt sich für den 28-Jährigen zur zweiten Heimat. Drei seiner 24 Turniersiege holte Zverev in der Landeshauptstadt – inklusive Sponsoren-Auto und Lederhosenprämie. Seinen ersten Auftritt hatte er bereits 2014 als 17-Jähriger (1:6, 2:6 gegen den Österreicher Jürgen Melzer). In München meist an seiner Seite: Papa Alexander, Freundin Sophia Thomalla und Bruder Mischa – der 38-Jährige ist zugleich Turnierdirektor der Para-Trophy.

■ Ben Shelton

Vor seinem Debüt 2025 hatte der US-Boy fast noch nie auf Sand gespielt. Der Grund: Er hat Amerika selten verlassen – und dort wird hauptsächlich auf Hardcourt gespielt. Mittlerweile ist der 23-Jährige fester Bestandteil an der Weltspitze. Gecoacht wird der Linkshänder von Papa Bryan (60) – der spielte einst mit und gegen Turnierdirektor Patrik Kühnen.

■ Alexander Bublik

Die Wundertüte und mit 28 Jahren auf seinem Zenit. Mal schlägt Bublik von unten auf. Mal lässt er ein Ballkind einen Ballwechsel spielen. Mal punktete er am Netz mit dem Schlägergriff statt der Seite. Früher übertrieb es der wilde Vogel oft, heute hat der Kasache seine Balance gefunden. „Ich habe versucht, mein variantenreiches Spiel zu erhalten, aber deutlich stabiler aufzutreten“, sagte Biblik dem tennis MAGAZIN. Auch in der Ernährung: mehr Professionalität, weniger Junk-Food und Cola.

■ Joao Fonseca

Der 19-jährige Brasilianer ist die Zukunft. Mit vier Jahren begann Foncesa in Rio, nahe seines Elternhauses, zu spielen. Mittlerweile ist er Junioren-Weltmeister und Next-Gen-Champion. „Wir haben seine Entwicklung genau verfolgt und ich stand mit seinem Management immer wieder in Kontakt“, verrät Turnierdirektor Kühnen. „Joao wird behutsam aufgebaut, dieses Jahr haben die BMW Open zum Glück in seinen Turnierplan gepasst.“

■ Stefanos Tsitsipas

Der Grieche galt als Nachfolger von Federer, Nadal & Co. und arbeitete sich bis auf Platz drei der Weltrangliste vor. Doch mit 27 Jahren befindet er sich im freien Fall. „Tsitsipas ist wie die Titanic. Wir wissen, dass er sinken wird, und das tut er. Es ist komplett absurd, dass er aus der Top 60 gefallen ist“, sagte der französische Tennis-Insider Benoit Maylin nach dessen Aus in Monaco. Sein Ex-Coach Goran Ivanisevic warf ihm mangelnden Willen vor. Tsitsipas konterte in der Times: „Es war, als hätte er mich noch zusätzlich getreten, als ich ohnehin schon am Boden lag.“ Zu allem Überfluss ging auch die Beziehung zu Kollegin Paula Badosa – von Fans liebevoll „Tsitsidosa“ getauft – in die Brüche. Mama Julia resümierte: „Es war von Anfang bis Ende kompliziert.“

■ Francisco Cerundolo, Arthur Rinderknech und Tallon Griekspoor

Auf den Rängen 18, 26 und 32 nicht im höchsten Regal der Weltrangliste, dennoch dürfte Alexander Zverev ein Auge auf die drei haben, denn speziell auf Sandbelägen hat der München-Mitfavorit gegen das Trio schon so manche herbe Pleite kassiert. Auch 2025 stand „Sascha“ am Aumeister im Viertelfinale gegen Griekspoor vor dem Aus, drehte die Partie (6:7, 7:6, 6:4) aber nach einem dreistündigen Kraftakt.MATHIAS MÜLLER

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