Flick sauer: „Danke nach Deutschland“

von Redaktion

Barca-Trainer moniert fehlendes VAR-Eingreifen – FC Bayern erlebte ähnliche Situation

Erster Sieg im Camp Nou im 15. Jahr als Atletico-Coach: Diego Simeone. © GENE/AFP

Präziser Freistoß: Julian Alvarez trifft zum 1:0 gegen den FC Barcelona. © Lago/AFP

Alle Hände voll zu tun: Hansi Flick hielt seinen Spieler Joao Cancelo vom Schiedsrichter-Team fern. © Lago/AFP

Barcelona – Hansi Flick war stinksauer. „Danke nach Deutschland“, sagte der Trainer des FC Barcelona nach der Heimpleite gegen Atlético Madrid und grüßte ironisch und sichtlich angefressen mit der rechten Hand. Christian Dingert war zwar gar nicht im Raum. Doch die Botschaft an den „German guy“, wie Flick den VAR aus Burglichtenberg nannte, kam auch so an.

Auslöser für Flicks Ärger war eine kuriose Szene kurz nach der Pause des Viertelfinal-Hinspiels in der Champions League. Madrids Torhüter Juan Musso hatte einen Abstoß zu Marc Pubill gespielt, der den Ball mit der Hand stoppte und den Abstoß erneut ausführte. „Für mich ist das eine klare Gelb-Rote Karte und ein Elfmeter“, sagte Flick und nahm Video-Schiedsrichter Dingert ins Visier. „Er muss sagen: Schau es dir an“, so Flick auf Englisch. Tat er aber nicht, also: „Thanks to Germany.“

Die Szene weckte Erinnerungen an eine vergleichbare Situation im April 2024, als Bayern München beim FC Arsenal ebenfalls keinen Handelfmeter erhalten hatte. „Das ist ein kid‘s mistake, das pfeife ich nicht in einem Viertelfinale“, hatte der Schiedsrichter damals laut Bayern-Coach Thomas Tuchel gesagt. Auch Dingert und Co. drückten nun angesichts des Anfängerfehlers offenbar ein Auge zu.

Barcelona hat wegen dieser Schiedsrichterleistung nun offiziell Beschwerde bei der Uefa eingelegt. „Der Verein ist der Ansicht, dass es zu einer Schiedsrichterentscheidung kam, die gegen die geltenden Regeln verstößt und direkten Einfluss auf den Spielverlauf und das Ergebnis hatte“, hieß es in einem Schreiben des Clubs auf seiner Webseite. Barca fordert zudem „die Einleitung einer Untersuchung, Einsicht in die Kommunikation der Schiedsrichter sowie gegebenenfalls die offizielle Anerkennung der Fehler und die Ergreifung entsprechender Maßnahmen“.

Weil Atlético später sogar zum 2:0-Endstand traf und Barcelona die erste Niederlage im neuen Camp Nou kassierte, ist der Traum vom Henkelpott für Flick in weite Ferne gerückt. Unmittelbar vor der Pause hatte Pau Cubarsí (44.) nach einer Notbremse die Rote Karte gesehen, den fälligen Freistoß verwertete Julián Álvarez (45.) traumhaft zur Führung. In Überzahl erhöhte Alexander Sörloth (70.). Vor dem Spiel hatte es hässliche Szenen gegeben: Bei Ankunft am Camp Nou wurde der Atlético-Bus mit Steinen beworfen. Zwei Scheiben gingen zu Bruch, Verletzte gab es keine.

Für Atlético war es der erste Sieg im Camp Nou seit 2006 – Diego Simeone feierte somit im 15. Jahr als Trainer Madrids eine Premiere. Flick wollte sich dennoch nicht geschlagen geben. „Wir werden kämpfen, es ist noch nicht vorbei“, sagte der ehemalige Bundestrainer. Bevor das Rückspiel am Dienstag (21 Uhr/DAZN) in Madrid steigt, wartet am Samstagabend (18.30 Uhr) noch das ebenfalls brisante Stadtderby gegen Espanyol Barcelona auf den Tabellenführer.SID

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