Helden aus den 90er-Jahren: Winkler (li.) & Miller. © sampics
Würdiger Rahmen: Pfarrer Rainer Maria Schießler hielt am Freitagabend den Gottesdienst zur Gedenkfeier an den verstorbenen Kultcoach Karsten Wettberg. © Stefan Matzke / sampics
Coach Kauczinski, Althaus und Voet kamen. © sampics
König von Giesing: Karsten Wettberg. © sampics
München – Wer sich auf dem Plateau der Nazarethkirche am Freitagabend umsah, machte eine Zeitreise in erfolgreichere Jahre des TSV 1860. Bernhard Winkler, Bernhard Trares, Thomas Miller, Manfred Schwabl und viele andere Ex-Spieler der Löwen standen zusammen und unterhielten sich. Die Gespräche drehten sich natürlich um den Mann, wegen dem sie und viele andere Menschen aus dem Umfeld der Sechzger sich in Bogenhausen versammelt hatten: Karsten Wettberg. Mit einem Gedenkgottesdienst verabschiedete sich die Trauergemeinde – rund 200 Personen waren vor Ort – von der 1860-Ikone, die am 29. März im Alter von 84 Jahren verstorben war.
Die Löwenfärbung war dem Kirchensaal deutlich anzusehen. Blaue Lichter erstrahlten den Altar. Am Rand wurden gleich mehrere überdimensionale Fahnen der Sechzger gehalten. „Des schaut gut aus, die könnts gerne da lassen“, schmunzelte Pfarrer Rainer Maria Schießler.
Wie bei Werner Lorant im Jahr zuvor führte der 65-Jährige durch den 80-minütigen Gottesdienst. Gewohnt launig eröffnete Schießler den Abend: „Ich war nach dem Cottbus-Spiel schon froh, dass mein nächster Löwentermin in einer Kirche und nicht im Stadion stattfindet.“ Gelächter in der Kirche, etwas gequälterer Natur beim aktuellen Coach Markus Kauczinski sowie den Spielern Siemen Voet und Samuel Althaus, die Wettberg ebenfalls die letzte Ehre erwiesen.
Mehrere Personen traten ans Pult, um an den Kulttrainer der Löwen zu erinnern. Präsident Gernot Mang machte deutlich, welche Bedeutung Wettberg für den Club hatte und für alle Zeiten hat: „Wir verlieren eine Ikone. Karsten stand wie kaum ein anderer für die Werte des TSV 1860 München.“ Miller betonte gegenüber unserer Zeitung: „Mit Karsten ist ein weiteres Stück Geschichte von Sechzig gestorben.“
Die letzten Worte gehörten Pfarrer Schießler, der von der Leidenschaft Wettbergs sprach – und treffend zusammenfasste: „Ruhe in Frieden passt in dem Fall ned. Power!“ Mit einer Faust symbolisierte Schießler dabei Entschlossenheit. Ganz im Sinne des Königs von Giesing.MARCO BLANCO UCLES