Soll möglichst bald in München aufschlagen: der Italiener Jannik Sinner. © Nogier/EPA
Christian Okon, MMP-Geschäftsführer und BMW-Open-Boss © Maul/Imago
Seit die Veranstalteragentur MMP (gehört zu ProSiebenSat.1) 2014 in München das Sagen übernommen hat, geht es für die BMW Open by Bitpanda (11. bis 19. April) bergauf. Im Interview erzählt Geschäftsführer Christian Okon (52), was dieses Jahr neu ist und was in Zukunft noch kommt – der Vertrag von MMP läuft bis 2032.
Herr Okon, der Turniersieger bekommt eine Lederhose. Ist die immer gleich oder wechselt das Design?
Unser Partner Inntaler Tracht designt jedes Jahr neu. Genauso wie es von BMW ein neues Auto gibt. Es würde sich also auch für Vorjahressieger Alexander Zverev lohnen, zu gewinnen (schmunzelt).
2025 fanden die BMW Open erstmals in der 500er-Kategorie statt. Wie war das interne Resümee?
Wir waren voll zufrieden. Der Sprung in die neue Kategorie mag für Außenstehende klein klingen, aber für uns als Veranstalter war es ein komplett anderes Turnier auf sehr vielen Ebenen. Der temporäre Center Court, der größere Spielerbereich, die Medialisierung, um nur ein paar Dinge zu nennen – alles war neu. Natürlich haben wir aber auch überlegt, was wir noch optimieren können.
Und zwar?
Der Spielerbereich zieht, inklusive Catering, komplett in die Tennishalle um. Dadurch wird der Weg für die Spieler zum Center Court kürzer. Die Medien werden dafür im angrenzenden Max-Planck-Institut untergebracht. Außerdem wird der Court 1 aufgewertet mit mehr Kameras, Moderation und einem DJ. So wird er zu unserem zweiten Center Court. Auch unsere Allianz Para-Trophy (Rollstuhl, Anm. d. Red.) haben wir weiterentwickelt, mit einer weiteren Disziplin, dem Quad-Wettbewerb. Toll fürs Publikum: Die ersten drei der Quad-Weltrangliste schlagen bei uns auf.
Die ehemalige Nummer eins Jannik Sinner hatte schon dreimal zugesagt, aber gespielt hat er noch nie. Wie stehen die Chancen nächstes Jahr?
Beim ersten Mal kam eine Verletzung dazwischen, dann Corona und das letzte Mal seine Dopingsperre. Der Kontakt zu Jannik ist gut, wir waren auch zuletzt noch mit ihm im Austausch. Dieses Jahr klappt es leider nicht. Aber nächstes Jahr ist es unser Ziel, Jannik nach München zu holen. Wenn er in dieser Turnierwoche spielt, dann hoffentlich bei uns. Unser Ziel ist es immer, das bestmögliche Feld zu präsentieren. Ich denke, das ist uns dieses Jahr mit sieben Top-20-Spielern und vielen weiteren Stars wie Tsitsipas, Fonseca oder Shapovalov hervorragend gelungen.
Ab wann planen Sie mit dem neuen dauerhaften Center Court im hinteren Teil der Anlage?
Der Spatenstich ist im Herbst. Wir planen ab 2028 mit dem neuen Stadion, 2027 bleibt uns noch einmal der temporäre Center Court, der bei allen Beteiligten super angekommen ist, erhalten. Das neue Stadion, unter anderem mit einem schließbaren Dach, bietet dann noch mehr Möglichkeiten.
Für Events außerhalb der Turnierwoche?
Die Option bestünde, aber da ist der MTTC Iphitos der richtige Ansprechpartner.
Was haben Sie noch für Ideen?
Unsere Überlegungen gehen in Richtung eines Challenger-Turniers im Westen Deutschlands, dessen Sieger dann womöglich eine Wildcard für die BMW Open bekommt.
Westen also. Der ist groß.
Unsere Agentur sitzt in Köln (lacht). Das zähle ich zum Westen dazu.
Wie sieht es mit den Damen aus? Die sind bei den BMW Open noch arg unterrepräsentiert.
Natürlich haben wir das diskutiert. Es ist total schade, aber zum jetzigen Zeitpunkt ist das nicht möglich. Nicht weil wir nicht wollen, sondern weil wir infrastrukturell Beschränkungen haben, die das parallel nicht möglich machen.
Apropos wollen: Man munkelt, Sie selbst hätten noch nie auf dem Center Court gespielt. Ist das so und warum?
Das stimmt. Aber ich habe dafür keine gute Ausrede (lacht). Das nötige Equipment ließe sich wohl auftreiben.
INTERVIEW: MATHIAS MÜLLER