Und wieder läuft es gegen München

von Redaktion

Zweite 2:3-Overtime-Niederlage in Halbfinalserie gegen Mannheim – 2:0-Führung verspielt

München strauchelt ein zweites Mal: Chris DeSousa wird sich aufrappeln müssen. © Red Bull/City-Press

München – „Es wird eine lange Serie werden. Es wird viele Verlängerungen geben“, sagte Dallas Eakins, Trainer der Adler Mannheim, nach dem ersten Spiel des DEL-Halbfinals. Der Mann weiß, wovon er spricht. Auch beim zweiten Match der auf Best of Seven angelegten Strecke war der Abend nach den üblichen 60 Netto-Minuten nicht zu Ende. Nachdem Mannheim sein Heimspiel am Mittwoch 3:2 nach Overtime gewonnen hatte, ging es auch in München mit einem 2:2 in die Bonus-Zeit. Wieder mit dem besseren Ende für Mannheim, und zwar schon nach vier Minuten durch Justin Schütz, den Ex-Münchner. Ein Tor der Kategorie „dreckig“, ein Abpraller von der Bande. Der EHC Red Bull liegt nun 0:2 hinten in der Serie und steht am Sonntag in Mannheim unter Druck.

Dieses zweite Halbfinalspiel muss in zwei Hälften aufgeteilt werden – und die Trennlinie war nach etwas mehr als 30 Minuten zu ziehen. Was bis dahin geschah, nannte Günther Oswald, Vater von EHC-Stürmer Veit Oswald und angestellt in der Red-Bull-Akademie, bei MagentaSport „sehr respektvoll“. Auf beiden Seiten machte er „viele sehr gute Spieler“ aus, die versuchten, keinen Fehler zu begehen und sich keine Strafzeit einzuhandeln – das ergab eine Art Eis-Schach auf hohem Niveau. Allerdings auch ziemlich ereignislos. Münchner wie Mannheimer bewegten sich wie nach Plan in ihren Strukturen.

Dann wurde der Bewegungsablauf des Mannheimer Verteidigers William Worge Kreu gestört. Heißt: Er selbst störte ihn. Er strauchelte. Münchens Yasin Ehliz erkannte, dass sich da auf einmal ein Raum auftat, der eigentlich von einer Figur hätte besetzt sein sollen. Er zog das Tempo an und zog den Puck um Adler-Torwart Maximilian Franzreb herum – 1:0 nach 31 Minuten. Und wie das dann so ist: Gut eine Minute später fällt der zweite Treffer. München bekam ein Überzahlspiel, es dauerte 18 Sekunden, dann hatte Chris DeSousa den frei stehenden Tobias Rieder gefunden, der den Schläger hinhielt – 2:0. Jetzt bahnte sich doch eine Geschichte an. Spannend machte sie Brady Ferguson vom EHC mit einem unnötigen Stockschlag. Strafzeit gegen den EHC, Powerplay für die Adler – und ihr Anschlusstreffer durch den schussgewaltigen Abwehrbrocken Nick Mattinen (abgefälscht von einem Münchner Schlittschuh). 2:1 (35. Minute) – schon war‘s wieder offen. „Alles ziemlich ausgeglichen wie schon im ersten Spiel“, meinte Yasin Ehliz, „wir müssen im Kopf schneller schalten“. Aber sein Tor habe „dem Spiel gutgetan“.

Der EHC nahm ein Überzahlspiel vom zweiten ins letzte Drittel mit, konnte aber nichts daraus machen. Nun jagte Mannheim nach dem Ausgleich. 50. Minute: Dan Renouf in guter Schussposition – Pfosten, Glück für Münchens Schlussmann Antoine Bibeau . Der nächste gute Mannheimer Schuss saß: In der 54. Minute zeigte Adler-Stürmer Mathias Plachta, wie man einen Puck aus dem Handgelenk abfeuert. Ein kleines Kunstwerk zum 2:2. Die Mannheimer Kurve, vor der es geschah, stimmte an: „Adler geben niemals auf.“ Auch München raffte sich, hatte noch eine Riesenchance (59.) – die Franzreb spektakulär vereitelte. Anschließend musste die Zamboni noch einmal das Eis aufbereiten – für noch mehr an Dramatik.GÜNTER KLEIN

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