Geht noch was für den EHC?

von Redaktion

München – In einer Best-of-Seven-Serie 0:3 zurückzuliegen, das kommt fast dem Ausscheiden gleich. In der NHL, der Urliga des Eishockeys mit einer über hundertjährigen Geschichte, gibt es lediglich vier Beispiele eines Comebacks – zwischen 1942 und zuletzt 2014. In der DEL (die lange allerdings nur Best of Five spielte) kam es noch nicht vor, dass ein Team die Serie nach drei Start-Niederlagen umdrehen konnte.

Was trotzdem verpönt ist: Sich als 3:0-Führender in der offiziellen Kommunikation in der nächsten Runde zu wähnen – und umgekehrt als 0:3-Team die Aufgabe zu signalisieren. Für die Adler Mannheim erklärt Justin Schütz: „Bisher konnte jedes Spiel jederzeit in beide Richtungen gehen. Es kann immer noch eine lange Serie werden.“ Der Münchner Markus Eisenschmid lässt kämpferisch verlauten: „Wir haben jetzt viermal Spiel sieben.“ Nun ja, vielleicht auch nur einmal. Wenn der EHC nicht diesen Dienstag (19.30 Uhr) zuhause gewinnt, ist es vorbei.

Das Münchner Problem: die Chancenverwertung. Laut Expected-Goals-Erfassung hätte der EHC in den drei Spielen gegen Mannheim elfmal treffen müssen, tatsächlich gelangen nur fünf Treffer. Die Anzahl der Gegentore (zehn) entspricht den Wahrscheinlichkeitsberechnungen.

„Als Coach muss man Lösungen finden“, sagt Münchens Trainer Oliver David. Nach 0:2-Rückstand durch zwei 2:3-nach-Verlängerung-Niederlagen brachte er mit Jeremy McKenna (für Adam Brooks) einen vermeintlichen „Energieschub, einen anderen Blick“. Das 1:4 war dann aber das schwächste EHC-Spiel in der Serie. „Und Mannheims bestes“, so David. Doch Dallas Eakins von den Adlern wiederholt sein Mantra: „Wir müssen besser spielen.“GÜK

Artikel 9 von 11