Es ist vollbracht: Sein letzter Put war drin. © Lesser/EPA
Rory McIlroy jubelt im grünen Jackett. © Phillip/dpa
Augusta – Rory McIlroy riss vor der jubelnden Menge die Arme in die Höhe, dann ging er in die Knie und drückte Töchterchen Poppy fest an sich, küsste seine Frau Erica – und fiel mit Tränen in den Augen seinen Eltern Gerry und Rosie um den Hals. Es war der emotionale Höhepunkt nach seinem historischen Triumph im Gold-Mekka von Augusta. „Ich bin so glücklich, dass ihr hier seid. Das bedeutet mir alles“, sagte McIlroy, als er als erster Spieler seit Tiger Woods seinen Titel beim US Masters verteidigt hatte.
„Meine Eltern waren letztes Jahr nicht dabei“, sagte McIlroy: „Ich musste sie dieses Jahr ein bisschen überzeugen, zu kommen, weil sie dachten, ich hätte letztes Jahr nur gewonnen, weil sie nicht da waren.“ Doch Mama und Papa mussten zittern. Dabei lag McIlroy zur Halbzeit schon mit sechs Schlägen vorne (Rekord), dann strauchelte der 36-Jährige – aber verlor dennoch nicht die Nerven.
„Ich kann einfach nicht glauben, dass ich 17 Jahre auf ein grünes Jackett gewartet habe und dann gleich zwei nacheinander gewinne. So läuft es eben“, sagte McIlroy, dem nach Woods, Jack Nicklaus und Nick Faldo erst als viertem Profi das Kunststück gelang, an der Magnolia Lane zweimal in Serie zu triumphieren. „Das Sakko passt noch immer, das finde ich gut“, scherzte McIlroy.
Doch es hat nicht viel gefehlt und er hätte Scottie Scheffler (USA) in den berühmten Zwirn helfen müssen. Denn nach zwei fabelhaften Tagen schwächelte McIlroy, mit nur noch zwei Schlägen vor Scheffler ging es ans letzte Loch. Und McIlroy setzte seinen Abschlag in den Wald. Was für ein Drama. Doch der Nordire biss sich durch, ein Bogey rettete ihm den Sieg – und eine Prämie von 4,5 Millionen Dollar.
Nun will sich „Rors“ ein paar Wochen Pause gönnen. Und dann weitere Majors gewinnen, bei sechs will er „sicherlich nicht aufhören“. Und vielleicht sind Mama und Papa dann auch wieder mit dabei. SID