Operation Bundesliga

von Redaktion

Ex-Internationale wollen Profi-Handball in München

Wollen in die Bundesliga: (v.li.) Dominik Klein, Martin Wild und Steffen Weinhold. © Andreas Daschner

Die großen Zeiten des Münchner Handballs sind lange her. Der DHB-Pokalsieger von 1986, MTSV Schwabing, stieg 1988 aus der Bundesliga ab. Der TSV Milbersthofen gewann 1991 den Europapokal der Pokalsieger, um zwei Jahre später in Konkurs zu gehen. Seitdem ist die bayerische Landeshauptstadt Handball-Diaspora. Und genau das möchten die Ex-Nationalspieler Dominik Klein und Steffen Weinhold nun ändern. Ihr Ziel: „Anfang bis Mitte der 2030er-Jahre wollen wir in München wieder einen Erstligisten haben“, sagt Klein.

Er und Weinhold haben deshalb nun die HG München gegründet. Und weil man nicht ganz unten anfangen will, gibt es eine Kooperation mit dem bislang letzten Aushängeschild der Region: den Panthern vom TuS Fürstenfeldbruck. Der ehemalige Zweitligist steht sportlich vor dem Abstieg in die Regionalliga. Klein gilt schon seit geraumer Zeit als Edelfan der Brucker Panther – auch wegen seiner Kontakte zu Martin Wild, der in Bruck viele Jahre lang Erfolgscoach war und zuletzt eher aus dem Hintergrund agierte.

Die HG und die Brucker Panther bilden in der kommenden Saison eine Spielgemeinschaft. Der Kern der jetzigen Brucker Mannschaft soll erhalten bleiben – ergänzt um den einen oder anderen größeren Namen, der durch Kleins und Weinholds Strahlkraft angelockt werden soll. Trainer wird mit Stefan Weidinger ein Übungsleiter mit Zweitliga-Erfahrung im Frauen-Handball. Er war zuletzt beim HCD Gröbenzell tätig. Dass das Projekt einen langen Anlauf von der vierten Liga aus nehmen muss, ist laut Weinhold kein Problem.

Kleins Beweggründe für das Projekt: „Der Handball in der Region braucht eine Perspektive.“ Der 187-fache Nationalspieler weiß, wovon er spricht. Mit seinem Handball-Campus bildet er junge Nachwuchsspieler aus – die in den höheren Jahrgangsstufen dann meist zu höherklassigen Klubs wie Eisenach oder Leipzig wechseln. Mit einer Profimannschaft in München wäre der Anreiz für die Talente da, in der Region zu bleiben.

Gespielt wird zunächst weiter in der Wittelsbacher Halle in Fürstenfeldbruck – aber nur noch in der kommenden Saison. Danach wird die Halle saniert und die HG muss sich eine neue Heimat suchen. Bevorzugt im Münchner Westen, wie die Initiatoren erklären. Langfristig hat Lisa Bieberbach, Geschäftsführerin der HG, einen großen Traum, wie sie sagt: „Im Olympiapark spielen.“ Im SAP Garden.ANDREAS DASCHNER

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