Der EHC hält sich am Leben

von Redaktion

Im vierten DEL-Halbfinale rutschen die Scheiben erstmals rein: Mit 5:1-Sieg auf 1:3 verkürzt

Das Motto des Spiels gab die Münchner Fankurve vor: All in! Und es funktionierte. Erstmals wurde Mannheim besiegt. © Red Bull/City-Press

Wenn die Scheibe einfach mal reingeht: Yasin Ehliz kann Adler-Goalie Maximilian Franzreb zum 2:1 überwinden. © Red Bull/City-Press

München – Im Fußball hat der einstige Bayern-Trainer Louis van Gaal für Spiele, die man nicht verlieren darf, das Motto „Tod oder Gladiolen“ eingeführt, im Eishockey heißt es weniger poetisch, aber noch dramatischer „Do or die“. Ein Spiel in einer solchen Konstellation fand am Dienstagabend im nicht ausverkauften SAP Garden (10.583 Zuschauer) statt – und das Ergebnis war: Der EHC Red Bull München hat sich am Leben gehalten. Mit einem 5:1 (1:1, 1:0, 3:0) gelang gegen die Adler Mannheim im vierten Versuch der erste Sieh der Best-of-Seven-Serie, es steht im Halbfinale der DEL nun 1:3. Ob es nur eine lebensverlängernde Maßnahme war oder die Einleitung einer Wende – mehr wird man am Freitag in Mannheim erfahren. Die Adler brauchen weiterhin noch einen Erfolg.

„Sie werden rauskommen wie die Feuerwehr“, hatte der Mannheimer Tom Kühnhackl von den Münchnern nach Spiel drei für Spiel vier erwartet. Klar: Mit einem 0:3-Rückstand in der Serie war unüberhörbar Alarm geschlagen. Doch im Modus höchster Bereitschaft befanden sich auch die Adler, ihre Ausrichtung war offensichtlich: Sie wollten die Serie „zumachen“. wie man sagt. Entsprechend intensiv verlief das erste Drittel: Ein Tor hüben (Münchner 1:0 durch Adam Brooks) wie drüben (Kristian Reichel mit dem 1:1) – dazu auf jeder Seite ein Treffer, der dann doch keiner und der Jubel darüber verfehlt war. Für den EHC hatte Ryan Murphy in vollem Lauf die Scheibe so abgefeuert, dass das Netz wackelte – aber: Es war von außen getroffen worden. Auf der Gegenseite lag der Puck dann zweifelsfrei im Netz, doch vorausgegangen war – eine Entscheidung, über deren Richtigkeit sich auch die Experten nicht einig waren – eine Behinderung von EHC-Tormann Bibeau, bevor Justin Schütz vollendete. Kein 2:1 und kein 1:2 im ersten Durchgang also.

Das zweite Drittel verlief gedämpfter, es trafen nicht zwei Feuerwehrzüge aufeinander, sondern zwei Brandschutzunternehmen, die Rauchentwicklung erst gar nicht zulassen wollten. Das Gegentor sollte vermieden werden, die Räume wurden verdichtet. Es bedurfte des zusätzlichen Platzes, der sich in einem Überzahlspiel ergibt, damit doch was passierte. Zwei Sekunden, bevor die einzige Strafzeit dieses Drittels (für den Mannheimer Gilmour) ablief, traf Yasin Ehliz im Powerplay zum 2:1 (38.). Vorlage: Aam Brooks, der Schütze des 1:0. Am Sonntag in Mannheim war er nicht aufgestellt worden, Trainer Oliver David wollte mit der Hereinnahme von Jeremy McKenna einen Akzent setzen; nun machte er die Rochade rückgängig, und mit Brooks war der bewährte erste Sturm mit Taro Hirose und Tobias Rieder wiedervereint. Der Abschluss fiel den Münchnern diesmal etwas leichter als in den vorangegangenen Partien. „Es ist wichtig, dass auch mal eine Scheibe reinrutscht“, meinte Münchens Sportchef Christian Winkler, „das war in dieser Serie noch nicht oft der Fall.“

Insofern hatte für den EHC der Abend noch weitere befreiende Momente bereit. Patrick Hager und Markus Eisenschmid ließen kurz nacheinander die Tore zum 3:1 und 4:1 (beide 46. Minute) folgen. Abeltshauser gelang ein Empty-Net-Goal zum 5:1 (55.). Mannheim kennt diese Situation allerdings schon: Im Viertelfinale gegen Bremerhaven hatte es nach drei gewonnenen Spielen im vierten gestockt.GÜNTER KLEIN

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