Draisaitl wieder auf dem Eis

von Redaktion

Der deutsche NHL-Star könnte zur Option in den Playoffs werden – Langfristige Abwägung

Bei Olympia spielte er für Deutschland. © Kneffel/dpa

Ins Training ist er bereits zurückgekehrt. © Instagram

So wünscht ganz Edmonton sich das für die Playoffs: Leon Draisaitl in charakteristischer Körperhaltung an der Scheibe, © Codie Mclachlan/AFP

Edmonton – Eishockey-Star Leon Draisaitl ist kurz vor Beginn der Playoffs in der NHL ins Training zurückgekehrt. Der deutsche Nationalspieler von den Edmonton Oilers war zuletzt von einer nicht näher genannten Verletzung am Unterkörper außer Gefecht gesetzt. Spekuliert wurde über eine Innenbandverletzung. Jedenfalls war keine Operation erforderlich. Ob der gebürtige Kölner rechtzeitig zum Start der K.o.-Phase am Samstag fit wird, muss sich allerdings erst noch zeigen.

„Ich werde schauen, wie ich mich Ende der Woche fühle“, sagte Draisaitl nach dem ersten Training am Montag. Er habe zunächst „bestimmte Schritte zu gehen“, bevor man über sein Comeback beim Finalisten der vergangenen beiden Jahre nachdenken könne. „Aber da bin ich noch nicht“, sagte der 30-Jährige.

Draisaitl hatte sich durch den Check eines Gegenspielers während des 3:1 der Oilers gegen die Nashville Predators am 15. März verletzt und war anschließend für den Rest der regulären Saison nicht mehr für sein Team aufgelaufen. Er wurde offiziell auf die Verletztenliste gesetzt (Ausfallzeit länger als 24 Tage).

„Ich wusste sofort, dass etwas nicht stimmte“, sagte Draisaitl nun. „Ich bin nicht unbedingt ein Spieler, der bei jeder Kleinigkeit gleich vom Eis geht. Aber ich hatte das Gefühl, dass es sich hier um etwas Ernsteres handelte. Man spürt es sofort, und dann habe ich eine vernünftige Entscheidung getroffen.“ Draisaitl ist für seine hohe Schmerztoleranz bekannt, er ist vor einigen Jahren mit gerissenen Bändern durch eine Playoff-Serie gegangen – und wurde dabei zum Topscorer.

Zur Behandlung der jetzigen Verletzung war er sogar extra nach München geflogen, wo er sich bei Promi-Arzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt untersuchen ließ. Als er zu Gast beim Spiel des FC Bayern gegen Union Berlin war, humpelte er. Allerdings benötigte er keine Krücken, trug auch keine Schiene – das nährte die Hoffnung, er könne in dieser Saison noch aufs Eis zurückkehren.

Draisaitl und die Oilers müssen auch langfristig denken. Der mit 14 Millionen US-Dollar dotierte Vertrag des Superstars läuft noch sieben Jahre (bis 2033), es wäre weder im Sinne des Spielers noch des Clubs, einen dauerhaften Schaden zu riskieren. Coach Kris Knoblauch sagt, dass vor einem Einsatz unter allen Parteien Einigkeit erzielt werden müsste. Zudem werden regelmäßig MRT-Aufnahmen erstellt.

Edmonton, das am Montagabend 1:2 nach Penaltyschießen gegen Tabellenführer Colorado Avalanche verlor, liegt mit 91 Punkten bei noch einer ausstehenden Partie auf dem zweiten Rang der Pacific Division und ist bereits sicher für die Playoffs qualifiziert. Ohne Draisaitl legt das Team mehr Wert auf die Defensivarbeit, allerdings kam es kaum noch zu Toren im Powerplay, das mit Draisaitl, Connor McDavid und Offensivverteidiger Evan Bouchard das mit Abstand beste der NHL ist.

Die letzten drei Tickets für die K.o.-Phase sicherten sich die Los Angeles Kings und die Anaheim Ducks in der Western Conference sowie die Philadelphia Flyers im Osten.

Die Kings gewannen 5:3 bei den Seattle Kraken, bei denen Nationaltorhüter Philipp Grubauer nicht zum Aufgebot gehörte. Die Ducks profitierten von der 2:3-Niederlage der Nashville Predators bei den San Jose Sharks, und auch Philadelphia kann nach einem 3:2 nach Penaltyschießen gegen die Carolina Hurricanes nicht mehr von einem Playoff-Platz verdrängt werden. Playoff-Start ist am Samstag. Im Westen und Osten treten je acht Teams an, im Finale kommt es dann zum Duell der Sieger aus beiden Conferences.DPA/GÜK

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