IM BLICKPUNKT

Finanzspritze dringend erwünscht

von Redaktion

Wenn Jan-Christian Dreesen an diesem Mittwoch auf seinem Platz in der Allianz Arena sitzt, wird er 90 oder auch 120 Minuten Fußball pur leben. Der CEO des FC Bayern ist zwar kein Ex-Profi, aber er geht trotzdem voll mit, als Fan und Fanatiker. Erst mit Abpfiff blendet der 58-Jährige wieder ein, was ein erfolgreicher Einzug ins Champions-League-Halbfinale mitbringen würde. Kurz gesagt: Geld. Konkret gesagt: 15 Millionen Euro – plus Ticketeinnahmen.

Die Nachrichtenagenturen verschicken am Tag nach großen Königsklassen-Nächten standesgemäß die Meldung „so viele Millionen hat der FC Bayern schon verdient“. Intern aber wird sie in der Chefetage aber freilich schon viel früher aufgestellt. Das Geschäftsjahr endet am 30. Juni, man befindet sich quasi auf der Zielgeraden. Und alles was über das in der Kalkulation als Mindest-Wert angegebene Ziel Viertelfinale hinausgeht, tut dem Verein mehr als gut. Die Vorschlussrunde soll es heuer sein, will man rote Zahlen vermeiden. Denn ausgeschlossen ist das an der Säbener Straße wie schon im Vorjahr nicht – und der Rettungsanker Club-WM fehlt. 50 Millionen Euro hat das Turnier in den USA 2025 in die Kasse gespült. Ein Großteil davon lief ins „alte“ Geschäftsjahr, das mit einem Gewinn von 27,1 Millionen Euro beendet wurde. Nach der Champions League, wo man mit knapp 105,9 Millionen als Viertelfinalist Fünfter im Geld-Ranking war, einer der dicksten Posten der 260,7 durch den Spielbetrieb erwirtschafteten Millionen Euro. Auch heuer befindet man sich auf bestem Weg, die 100-Millionen-Marke in Europa zu knacken. Die insgesamt 40 noch ausstehenden Millionen für den Sieger aber täten der Bilanz mehr als gut. Denn die fetten Jahre sind vorbei.

Die Gründe dafür sind vielschichtig – intern wie extern. Das inzwischen irre Volumen im Transfermarkt ist das Eine, die Ausläufer einer ausufernden Gehaltsstruktur aber genauso gravierend. Und so steht die Finanzlage stets in direktem Zusammenhang mit der Personalie Max Eberl (dpa-Foto), die bei der Aufsichtsratssitzung Ende Mai ein Thema sein wird. Der Sportvorstand spielt – wie CEO Dreesen – zwar an diesem Mittwoch auch nicht mit. Aber er weiß ganz genau, dass jede Million mehr seine Arbeit erleichtert.HLR, BOK

Artikel 7 von 11