Kylian Mbappé ist Reals gefährlichster Angreifer, trotzdem läuft es nicht rund. © Coex/AFP
Madrid – Natürlich predigt Real Madrid den Glauben an eine Wende in München. Wenn eine Mannschaft selbst bei den starken Bayern gewinnen könne, dann Real – proklamieren Trainer Álvaro Arbeloa und seine Profis seit dem 1:2 im Hinspiel in Endlosschleife.
München ist die letzte Ausfahrt auf der Straße zur zweiten titellosen Saison in Folge, und eine solche wäre in Madrid nicht weniger als ein Fiasko. Bei den Krisendebatten rückt schon jetzt eine Personalie in den Mittelpunkt. Es läuft nämlich auch die zweite Saison seit der Ankunft von Kylian Mbappé (27). Zwar schienen im Sommer 2024 der amtierende Champions-League-Sieger Real und der für viele Beobachter beste Angreifer der Welt wie eine perfekte Rechnung. Es klingt paradox, aber in Madrid wird längst die Frage gestellt: Macht Mbappé die Mannschaft schlechter?
Mbappé bei Madrid, das ist bislang ein seltsamer Widerspruch. Denn bei den persönlichen Zahlen enttäuscht der Angreifer keineswegs. Vorige Saison gewann er den Goldenen Schuh für Europas besten Torjäger. In dieser Spielzeit führt er erneut die Torjägerlisten in Spanien (23 Ligatore) und in der Champions League (14) an. Im Hinspiel gegen die Bayern erzielte er Reals einzigen Treffer.
Gleichzeitig zeigen die Statistiken, dass der Toreschnitt bei Real als Team höher ist, wenn Mbappé nicht spielt. Insbesondere Vinícius Jr. zeigte seine besten Partien ohne den Franzosen – er ist dann um rund 50 Prozent produktiver. Vinícius und Mbappé beißen sich offensichtlich. Auch der uruguayische Mittelfeldspieler Federico Valverde glänzte nur in den Wochen der Abwesenheit Mbappés wie gewohnt, und Jude Bellingham ist bis heute nicht wieder derjenige geworden, der 2023/24 in allen Facetten überzeugte.
All diese Spieler haben mit Real schon die Champions League gewonnen. Mbappé hingegen gelang der große Wurf mit Paris nie. Dort wurde er von Trainer Luis Enrique 2024 mit den Worten verabschiedet: „Wir werden ohne ihn noch besser sein.“ In der folgenden Saison holte PSG prompt den ersten Titel seiner Geschichte.FLORIAN HAUPT