Kann man mal so machen, wenn man es kann: Alexander Zverevs Volley im Tiebreak. © Ruiz
München – Krimi-Finish beim Kaltstart in die BMW Open. Alexander Zverev hat sich bei einstelligen Temperaturen am Aumeister nach 2 Stunden und 18 Minuten in die zweite Runde gekämpft. Doch dafür musste sich der Titelverteidiger im Duell mit dem Serben Miomir Kecmanovic (6:3, 3:6, 7:6) ganz schön strecken. „Es war ein sehr, sehr kalter Tag. Da ist es schwer, Druck zu machen“, sagte Zverev. „Er war wie eine Wand, hat keine Fehler gemacht. Am Ende des Tages bin ich froh, dass ich gewonnen habe. Jetzt kann es losgehen.“
Im ersten Satz agierte die deutsche Nummer eins aggressiv und souverän, doch danach verfiel der 28-Jährige in alte Passivität und verlor seine Position an der Grundlinie. Erst im Tiebreak nahm Zverev das Herz wieder in die Hand und behielt die Oberhand – unter anderem durch einen Zirkus-Volley zwischen den Beinen zum zwischenzeitlichen 5:1.
„Der Tweener war ein entscheidender Punkt, aber eher eine intuitive Reaktion. In so einem Moment denkt man nicht viel nach“, lächelte Zverev, der sich im Achtelfinale gegen den Kanadier Gabriel Diallo (6:1, 6:2 gegen Sachko) auf „ein schwieriges Match“ einstellt.
Auch Joao Fonseca musste schmunzeln – bei so kalten Bedingungen hatte der 19-Jährige bisher noch nie gespielt. „Am Anfang habe ich meine Finger nicht besonders gut gespürt, aber ich passe mich schnell an“, sagte der Jungspund. Zu seiner Verteidigung: Der Mann ist Brasilianer. Direkt aus Rio. Aber so ist das eben manchmal in München. Und es ist ja – auch dank seiner starken Vorhand – alles gut gegangen. Nach dem 7:6, 6:3 gegen den Chilenen Alejandro Tabilo steht die Brasi-Rakete in Runde zwei. Nächster Gegner: der Franzose Arthur Rinderknech.
Neben Zverev gewann mit Daniel Altmaier – 6:2, 6:3 gegen Altmeister Marin Cilic – zumindest ein weiterer Deutscher sein Auftaktmatch.
Für die Nachwuchshoffnungen Justin Engel (19) und Diego Dedura (18) ist das Turnier hingegen schon beendet. Beide zeigten sich keineswegs chancenlos, doch am Ende stand das Aus. Engel unterlag dem hartnäckigen Tschechen Vit Kopriva (3:6, 7:5, 2:6) und verlor dabei die letzten fünf Spiele am Stück. Dedura, der vor einem Jahr überraschend bis ins Achtelfinale vorgestoßen war, fand im Italiener Flavio Cobolli (4:6, 5:7), Nummer 16 der Welt, seinen Lehrmeister. Seine Erkenntnis: „In den wichtigsten Momenten spielen die Jungs einfach noch einen Tick besser.“MATHIAS MÜLLER