Paraden bis 2028: Thomas Dähne (32) hat seinen Vertrag beim TSV 1860 um zwei Jahre verlängert. © IMAGO
München – Der Aufstiegstraum ist geplatzt – der Neuaufbau beim TSV 1860 wird mühsam. 16 Verträge liefen aus – seit Freitag sind es noch 15. Einer bleibt: Thomas Dähne (32). In kleiner Presserunde erklärte der Torhüter am Mittwoch, warum er seinen Vertrag bis 2028 verlängert hat: „Es ist ein extrem lebens- und liebenswerter Verein. Es macht jeden Tag Spaß, an die Grünwalder Straße zu kommen – ein Traditionsverein, der mehr verdient.“
Neben der Nähe zu seinem Lebensmittelpunkt Salzburg nennt der Oberaudorfer einen weiteren, sehr persönlichen Grund: „Ich habe vor ein paar Jahren gesagt, dass ich gerne mal in München leben würde.“ Inzwischen ist genau das Realität. „Ich bin einfach froh, dass wir länger bleiben können.“
Dass Dähne verlängert hat, ist trotzdem keine Selbstverständlichkeit. Angebote gab es – auch höherklassig. „Es haben auf Beraterseite Gespräche stattgefunden, aber ohne mich. Für mich war klar: Wenn es mit 1860 klappt, bleibe ich. Das war meine oberste Priorität.“ Auch finanziell hätte es woanders wohl mehr gegeben – aktuell übernimmt ein Teil seines Gehalts noch Holstein Kiel. Doch Dähne betont: „Es ging mir nicht ums Geld, sondern um die Perspektive.“
Und die sieht er bei 1860: „Ich will spielen. Ich bin nicht der Typ, der sich irgendwo auf die Bank setzt. Deswegen greife ich hier noch mal voll an.“ Viele Verträge laufen zwar aus – doch eine starke Achse könnte bleiben. „Wir haben Potenzial, keine Frage“, sagt er. „Wenn du punktuell verstärkst, kannst du hier wieder etwas aufbauen.“ Die größte Baustelle verortet Dähne in den Köpfen: „Wir müssen mental stärker werden. In wichtigen Momenten sind wir zu oft weggebrochen. Da brauchen wir mehr Killerinstinkt – vorne wie hinten.“
Die Ziele? Dähne formuliert sie bewusst vorsichtig – ohne den Anspruch zu relativieren: „Bei 1860 zu sagen, wir spielen im unteren Mittelfeld, wäre der falsche Weg.“ In dieser Saison bleibt mangels Perspektive vor allem der Gewinn des Totopokals. Und danach? Lockt der DFB-Pokal. Ein Wettbewerb, in dem Dähne schon erlebt hat, was möglich ist. „Mit Kiel hatte uns damals keiner auf dem Schirm.“ Der Sensationslauf endete erst im Halbfinale. Auf dem Weg dorthin wurde 2021 auch ein gewisser FC Bayern aus dem Wettbewerb gekegelt.
Er wirkt, als wäre Dähne angekommen: „München ist für meine Familie und mich Heimat geworden.“ Und was 1860 angeht: „Ich fühle mich gut. Es macht mir wahnsinnig Spaß. Jetzt muss ich schauen, dass ich die nächsten zwei Jahre gesund bleibe.“ULI KELLNER