Nicole Kumpis. © Pförtner/dpa
Katja Kraus. © Inderlied/dpa
Marie-Louise Eta. © Koch/dpa
Mit dem historischen Debüt von Marie-Louise Eta (Union Berlin) als erster Cheftrainerin eines Bundesligisten beginnt am Samstag eine neue Ära im männlich dominierten Profifußball. Hinter den Kulissen zieht längst eine wachsende Anzahl an Frauen die Fäden, trifft Entscheidungen, formt Vereine, Verbände und Karrieren. Unsere Zeitung stellt die mächtigsten Pionierinnen des Fußballs vor.
Michelle Kang: Ihr erster großer Auftritt in der Welt des Männerfußballs hatte es direkt in sich. Als frisch installierte Vorsitzende von Olympique Lyon verkündete Kang im Sommer 2025 nichts Geringeres als die Rettung des Clubs. Die US-Geschäftsfrau, die auch Mehrheitseignerin des OL-Frauenteams ist, hatte in ihrer neuen Rolle den Zwangsabstieg in die 2. Liga verhindert. Kang ist Milliardärin und machte sich seit 2021 als Multi-Club-Investorin im Frauenfußball einen Namen. Mittlerweile besitzt sie drei Frauenteams. „Ich habe es mir zur Aufgabe gemacht, zu beweisen, dass Frauensport ein gutes Geschäft ist“, sagt Kang.
Alice Mascia: Die Power der Powerfrau spürt man, wenn man sie einmal gesehen hat. Und es ist sicher kein Zufall, dass Alice Mascia, CEO der DACH-Region beim Streaming-Dienst DAZN, als eine der wichtigsten und mächtigsten Frauen in der internationalen Sport- und Medienbranche gesehen wird. Als Spezialistin für neue Geschäftsmodelle hat sie mit Kreativität, Akribie und mehr als 20 Jahren Erfahrung in der Medienbranche (u.a. Sky) geschafft, was keiner für möglich hielt: DAZN in die Gewinnzone zu führen. Dort will man freilich bleiben. Mit Mascia, die die Geschicke seit 2022 lenkt, ist man bestens aufgestellt. Die Frau weiß, was sie will – und zieht es durch. Geschätzt ist sie bei den Granden der Branche wie etwa Karl-Heinz Rummenigge obendrein.
Katharina Kiel: Anfang Dezember 2025 ist die 33-Jährige zu einer der mächtigsten Figuren im deutschen Frauenfußball aufgestiegen. Bei der Gründung des neuen Interessenverbands wählten die 14 Frauen-Bundesligisten Kiel zur ersten Präsidentin des „Frauen-Bundesliga FBL e. V.“. Kiel, die sich bei Eintracht Frankfurt von der Technischen Direktorin zur Direktorin Frauenfußball hochgearbeitet hat, soll künftig die Interessen des Verbands nach innen und außen vertreten sowie die Verbandsarbeit koordinieren.
Tatjana Haenni: Seit Januar ist Tatjana Haenni die Vorsitzende der Geschäftsführung bei RB Leipzig und damit aktuell die einzige Frau an der Spitze eines Bundesligisten. Haenni war Schweizer Nationalspielerin und arbeitete auch als Trainerin. Sie gilt seit Jahren als eine der großen treibenden Kräfte im Frauenfußball.
Katja Kraus: Zu den einflussreichsten Frauen im deutschen Fußball gehört auch Katja Kraus. Die Geschäftsführerin der Werbeagentur Jung von Matt/sports war nach ihrer aktiven Karriere als Bundesligaspielerin Pressesprecherin bei Eintracht Frankfurt, Vorstandsmitglied beim Hamburger SV und Mitglied des Aufsichtsrats von adidas. „Eine Reihe von Männern hat sich damit schwergetan. In der Anfangszeit wurde beharrlich nach meinen Fehlern gesucht“, berichtete Kraus jüngst in einem Interview auf der Plattform „B42“.
Nicole Kumpis: Nicole Kumpis wurde 2022 zur Präsidentin des damaligen Drittligisten Eintracht Braunschweig gewählt. Zum ersten Mal seit Jahrzehnten stand wieder eine Frau an der Spitze eines deutschen Profifußball-Clubs. „Mein Handy stand nicht still. Es hat größere Wellen geschlagen, als ich es erwartet hätte“, berichtete Kumpis damals.J. OHR, H. RAIF