Ex-Präsident Dietrich von Boetticher. © Brose/Imago
München – Prominente Gläubiger bedrohen die Existenz des Münchener Rennvereins (MRV) und damit der Galopprennbahn in Riem: MRV-Präsident Michael Motschmann gab bei der Jahreshauptversammlung am Dienstag bekannt, dass die beiden Ex-Präsidenten Wolfgang Wille und Dietrich von Boetticher von ihnen gewährte Darlehen fällig gestellt haben. Damit muss der MRV zum Jahresende 2,5 Millionen Euro zurückzahlen – oder er ist insolvent.
Ein „sehr unerfreuliches Thema“ sagte Motschmann, zumal es sich um Altlasten handle, „die ich nicht zu verantworten habe“. Dass Wille und von Boetticher durch ihre finanzielle Unterstützung und den bisherigen Verzicht auf die Rückzahlung die Rennbahn am Leben hielten, war bekannt. Warum der MRV nun die Gelder zurückzahlen muss, wisse er aber nicht, sagte Motschmann. Den Ausschlag habe wohl von Boetticher gegeben. „Aus seiner eigenen Amtszeit muss Herr von Boetticher jedoch wissen, dass der Verein das Darlehen niemals aus dem operativen Geschäft bedienen kann, sondern dafür einen außerordentlichen Gewinn erzielen muss.“
Als einzigen Ausweg skizzierte der Präsident und Generalsekretär Sascha Multerer den Verkauf des vereinseigenen Mitarbeiterwohnheims – Wert: etwa acht Millionen Euro. Weil auf dem Gebäude selbst Verbindlichkeiten in Höhe von 5,2 Millionen Euro lasten, wäre der MRV mit dem Verkauf wohl alle Schulden los, weiteres Geld für dringend benötigte Investitionen fehlte jedoch weiterhin. Bedarf aber gibt es: nötige Ersatzpflanzungen und das Fällen von etwa 70 maroden Bäumen, eine neue Trafo-Station, Ersatz für die kaputte LED-Wand auf der Bahn. Den Jahresverlust aus 2025 in Höhe von rund 86 000 Euro hatte Motschmann zuvor noch als „einigermaßen ordentliches Geschäftsjahr“ bezeichnet.C. WANNINGER