Frustumfeld: In Suzuka wurde Verstappen 8. © Robichon/EPA
Der Schnellste: Über den Sieg in Nürburg durfte sich Verstappen allerdings nicht lange freuen. © IMAGO/DeFodi.de
Endlich wieder Vollgas-Sport: Bereits im März unternahm Verstappen einen vielversprechenden Ausflug in den Tourenwagen. © Gruppe C/IMAGO
Nürburg – Für den Frustabbau nimmt sich Max Verstappen eine weitere Formel-1-Auszeit auf dem Nürburgring. Bei zwei Sportwagenrennen am Wochenende testet der Niederländer noch einmal für den 24-Stunden-Klassiker im Mai und holt sich erneut den Fahrspaß, der ihm gerade in der Formel 1 fehlt. „Wenn man für 22 Rennen von zu Hause weg ist, dann muss man am Ende etwas in seinem Leben tun, das einem Freude bereitet“, sagte Verstappen gerade erst der BBC. Womit auch die Spekulationen über einen Rücktritt neue Nahrung erhalten. Die Argumente:
Regelärger: Die neue Motorenformel erzürnt den viermaligen Weltmeister gewaltig. Viel kommt seit dieser Saison auf den Elektro-Anteil an, die Piloten können nicht mehr so oft im Vollgas-Bereich ihre Kunst zeigen. „Sie sind nur damit beschäftigt, die Batterie zu verwalten. Das macht es auch für einen Fahrer wie Max schwieriger, den Unterschied auszumachen“, erklärte Verstappens Vater Jos. Sein Sohn wechselte zuletzt zwischen Wut und Resignation.
Titelchance: Unter den neuen Regeln ist auch der Dienstwagen von Verstappen gerade nicht titeltauglich. Einmal Sechster, einmal Achter, einmal ausgeschieden – so liest sich Verstappens bisherige Saisonbilanz. Besserung dürfte so schnell nicht zu erzielen sein.
Red-Bull-Exodus: Eine Reihe wichtiger Verstappen-Vertrauter haben das Team zuletzt verlassen. Sein Förderer Marko ist ebenso weg wie Langzeit-Teamchef Christian Horner und Design-Guru Adrian Newey. Auch Ex-Sportdirektor Jonathan Wheatley und Chefingenieur Rob Marshall suchten woanders ihr Glück, spätestens nach dem kommenden Jahr wird nun Erfolgs-Renningenieur Gianpiero Lambiase zu McLaren wechseln.
Ausstiegsklausel: Ein baldiger Abschied wäre für Verstappen wohl möglich, weil er dank einer Regelung in seinem bis Ende 2028 laufenden Vertrag angeblich zum Saisonschluss kündigen dürfte, wenn bis zur Jahresmitte nicht bestimmte Erfolge eintreten. Bis Oktober müsste der junge Familienvater sein Team über diesen Schritt informieren.
Und was spricht für einen Verbleib in der Königsklasse des Motorsports?
Loyalität: Verstappen hat Red Bull viel zu verdanken, schon als Nachwuchspilot wurde er vom Getränke-Giganten gefördert. Seine gesamte Formel-1-Karriere verbrachte er bei den Teams des Unternehmens. Er bekommt ein sattes Jahresgehalt, hat hoch dotierte Sponsorenverträge und fühlt sich im Kreis der Mitarbeiter wohl.
Alternativen: Die Formel 1 ist weiter die Spitze des Motorsports und der Traum vieler Rennfahrer. Auch wenn Verstappen seinen Spaß immer wieder auch in anderen Autos findet, scheint fraglich, ob das dauerhaft den Kick der F1 ersetzen kann.
Wechsel-Optionen: Selbst wenn Verstappen seines Daseins bei Red Bull wirklich überdrüssig wird, muss das nicht zwingend seinen Ausstieg aus der Formel 1 bedeuten. Immer wieder gibt es Spekulationen über einen Wechsel. Mercedes, Aston Martin und McLaren werden gehandelt.DPA