„Der kann schon was“

von Redaktion

Fonseca ist das größte Talent im Welttennis – Viertelfinale in München

„Besserer Spieler und besserer Mensch werden“: Joao Fonseca begeistert die Tennis-Welt. © Philippe Ruiz

München – Sein Stern ging vor rund zwei Jahren beim Heim-Turnier in Rio de Janeiro auf. Joao Fonseca stürmte als 17-Jähriger vollkommen überraschend bis ins Viertelfinale und lehrte unter anderem etablierten Stars wie Christian Garin und Arthur Fils das Fürchten. Damals war der Brasilianer noch die Nummer 655 der Welt, heute hat er sich bis auf Rang 30 vorgespielt und steht bei seinem BMW-Open-Debüt auf Anhieb im Viertelfinale.

Auch Patrik Kühnen (60) beobachtete den phönixhaften Aufstieg und suchte sofort Kontakt zu Fonseca und seinem Umfeld. „Ich dachte mir, das wäre auch einer für uns“, so der Turnierdirektor. Es klappte nicht gleich, da Fonseca behutsam aufgebaut werden soll, aber „dieses Jahr haben wir in seinen Turnierplan gepasst“, sagte Kühnen unserer Zeitung nicht ohne Stolz.

Fonseca gilt als eines der größten Talente im Welttennis. Die üblichen Branchenagenturen buhlten schon als Jugendlicher um seine Gunst, doch die Familie lehnte ab. Heute wird er von einem Freund der Familie betreut. Auch in seiner Heimat sind die Erwartungen riesig, vor allem weil Brasilien seit Gustavo „Guga“ Kuerten (49) – dreimaliger French-Open-Champion und Nummer eins der Welt – keinen echten Top-Star mehr hatte. „Mit den Ergebnissen kamen die Erwartungen“, weiß auch Fonseca. „Seitdem versuche ich einfach immer, ein besserer Spieler und ein besserer Mensch zu werden.“

Die besten drei der Welt konnte der 19-Jährige in den vergangenen Wochen immerhin schon ärgern, ging aber gegen Jannik Sinner (6:7, 6:7), Carlos Alcaraz (4:6, 4:6) und Alexander Zverev (5:7, 7:6, 3:6) als Verlierer vom Platz – noch. „Alle drei Matches waren super wichtig für meine Entwicklung“, erklärte Fonseca. „Ich freue mich schon auf das nächste Aufeinandertreffen.“

Mit Zverev könnten sich die Wege am Aumeister frühestens im Finale kreuzen. Er wollte auf die vielen Lobeshymnen noch nicht ganz einsteigen. „Alcaraz ist in dem Alter sicher mehr herausgestochen“, sagte der 28-Jährige. Und das knappe Dreisatzmatch in Monte Carlo? „Da habe ich ehrlicherweise nicht besonders gut gespielt“, so Zverev. Aber klar, Joao sei kein Schlechter. „Der kann schon was.“MATHIAS MÜLLER

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