„Manuel hat kein Angebot“

von Redaktion

Verlängerung mit Neuer – oder nicht? Max Eberl erklärt den aktuellen Stand

Muss den Kader planen: Max Eberl. © Woitas/dpa

Unglücklicher Tag für Manuel Neuer. © Haist/Imago

München – Die Fußballwelt ist manchmal brutal: Noch vor einer Woche war Manuel Neuer der gefeierte Held, die Woche darauf dann der „Depp“, so fasste Max Eberl die Viertelfinalleistungen des Torwarts zusammen. Doch was war passiert?

Das Rückspiel gegen Real Madrid war keine 30 Sekunden alt, da spielte Neuer einen fatalen Fehlpass, den Arda Güler abfing und mühelos ins verwaiste Tor einschob. Ein grober Fehler, zumal auf diesem Level, der den Matchplan der Bayern – Real bloß nicht rankommen und früh Hoffnung schöpfen lassen – in nicht einmal einer Minute zunichte machte.

„Ich wollte den Ball zu Stani spielen, treffe ihn sehr schlecht. Das war ein Hallo-wach-Moment für alle im Stadion, dass wir gegen Real spielen und alles passieren kann“, beschrieb Neuer die Szene nach der Partie. „Das war einfach ein Schweineball von mir. Ein blöder Start für mich. Den musste ich auch versuchen wegzustecken.“

Das gelang zunächst aber nicht: Auch beim zweiten Treffer machte Neuer keine glückliche Figur. Zwar war der Freistoßtreffer von Güler kein Torwartfehler, ein Neuer in Topform hätte den Ball aber wohl gehabt. Dafür wäre ein Zwischenschritt oder ein Übergreifen des Armes notwendig gewesen.

Doch wie so oft lohnt sich auch hier ein differenzierter Blick: Schließlich fing sich Neuer im Verlauf des Spiels und glänzte in der zweiten Hälfte mit mehreren starken Paraden. Andere Keeper wären nach diesem Fehlstart womöglich eingeknickt. Neuer nicht.

Und so stehen diese 180-Viertelfinalminuten sinnbildlich für Neuers Saison: neben starken Leistungen wie in Madrid oder Freiburg häufen sich ebenso die Auftritte wie am Mittwoch oder gegen Arsenal im November, als Neuer zweimal patzte. Das wissen freilich auch die Bayern, die sich bei der ausstehenden Vertragsverlängerung aber nicht von den aktuellen Ereignissen treiben lassen wollen. „Der Fehler ändert nichts! Wenn Manu bereit ist, das vom Kopf her machen möchte, wird man eine Lösung finden“, erklärte Max Eberl. Nun wartet der FCB auf das Signal Neuers, der sich Zeit bis in den April erbat.

„Er hat kein Angebot vorliegen“, erklärte Eberl daher. „Aber wir sind mit Manu sehr, sehr klar. Die Fitness, die geistige Frische, die Lust auf ein weiteres Jahr – das muss er uns ein Stück weit signalisieren. Dann werden wir die Dinge übereinanderlegen und dann würde es wahrscheinlich auch eine Lösung geben. Es sei denn, die Forderungen sind utopischer Art und Weise.“ Was utopische Forderungen wären, wollte Eberl nicht verraten.V. TSCHIRPKE, H. RAIF, M. BONKE

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