München – Julian Nagelsmann hat sich bei Deniz Undav für eine kritische Aussage nach dem Testspielsieg gegen Ghana entschuldigt. Der Bundestrainer machte dem Stuttgarter Stürmer in einem Interview außerdem Hoffnung auf eine wichtigere WM-Rolle in der Fußball-Nationalmannschaft.
„Ich habe mich in dem Moment einfach ein bisschen triggern lassen von sehr vielen Nachfragen zu ein und demselben Thema. Es war nicht richtig und war auch in der Schärfe für die Öffentlichkeit viel zu forsch. Und da habe ich gesagt: „War blöd von mir, tut mir leid““, sagte Nagelsmann in dem Interview-Format „Bestbesetzung“ von Magenta.
Der Bundestrainer hatte nach dem späten 2:1-Siegtor Undavs als Joker gegen Ghana Ende März impliziert, dass der 29-Jährige als Startelfspieler nicht die ausreichende Qualität habe und kurz angebunden vom „Sieben-Tage-Dauerthema Deniz Undav“ gesprochen.
„Wenn er vorher 70 Minuten marschiert, weiß ich nicht, ob er ihn so reinmacht. Es war schon ein langer Schritt, der nach 70 Minuten – auch im Hinblick auf den Sommer bei 42 Grad – für ihn schwierig sein kann“, sagte Nagelsmann nach dem Spiel.
Undav hatte mehrfach angemerkt, dass er mehr Spielzeit für angemessen halte und mit der ihm zugewiesenen Rolle als WM-Backup nicht zufrieden sei.
Nun versicherte Nagelsmann, dass sich seine Planungen immer noch verändern könnten. „Im März war der Stand, dass er Herausforderer ist und dass er als Joker eine gute Rolle spielen kann. Das hat er getan. An dieser Rolle kann sich immer auch etwas ändern. Aber das betrifft nicht nur Deniz, sondern alle Spieler“, sagte der 38-Jährige.
Die Aussprache sei auch auf das Feedback seiner Partnerin Lena Wurzenberger zurückzuführen, sagte Nagelsmann. „Ja, das rate ich dir auch“, habe sie ihm gesagt, als er ihr von einem geplanten Anruf bei Undav erzählte.
Dissonanzen mit Undav sehe er nicht. „Es war ein unnötiger Satz, für den ich mich auch direkt am nächsten Tag bei Deniz entschuldigt habe. Das hat er Gott sei Dank angenommen und es ist auch alles in bester Ordnung zwischen uns“, sagte Nagelsmann. Für die zentrale Stürmerposition plant der Bundestrainer mit Kai Havertz als Stammkraft und Nick Woltemade als erstem Ersatzmann.
Nagelsmann trat dem Eindruck entgegen, dass bei seiner Auswahl der WM-Spieler Leistung nicht das primäre Kriterium sei. „Erst einmal sind alle nominiert, weil sie sportlich in der Lage sind, gute Spiele für uns zu machen.DPA