ZUM TAGE

Schlechter Stil – nicht zum ersten Mal

von Redaktion

Real und Rüdiger

Man weiß ja, was man kriegt, wenn Real Madrid zu Gast ist: Die Königlichen fallen und fielen in den letzten Jahren immer wieder mit gar nicht so königlichem Benehmen auf, was konkret bedeutet: Wenn sie gewinnen, feiern sie sich bis an die Grenzen des guten Geschmacks, inklusive Verhöhnung des Gegners – und wenn sie verlieren, sind alle anderen schuld, bloß nicht sie selbst: der Schiedsrichter, der Videobeweis, eigenes Pech oder gegnerisches Glück.

Leider hat sich dabei auch Antonio Rüdiger zu einem verlässlichen Teil dieses unsportlichen Kollektivs entwickelt, der neben verbalen Entgleisungen auch mit unsportlichen und überharten Aktionen auf dem Platz auffällt. Am Mittwoch schubste er Alphonso Davies völlig unnötig vor Beginn der zweiten Halbzeit, als dieser auf seine Einwechslung wartete.

Im Spiel ging er dann hart gegen Josip Stanisic in den Zweikampf – und schien ihn danach zu beleidigen: „Es ist genau ein Wort gefallen – und das zweimal. Aber sie können ihn ja selbst fragen, was er gesagt hat. Vielleicht ist er ja Manns genug, es zuzugeben“, deutete Stanisic nach der Partie an, dass Rüdiger ihm eine Beleidigung zugerufen habe, als er verletzt auf dem Boden lag.

Es ist nicht das erste Mal, dass Rüdiger in den letzten Monaten mit unsportlichem Verhalten auffällt. Damit bewegt er sich in einem bizarren Spannungsfeld. Schließlich gilt einerseits im Fußball, dass man besonders gern diejenigen in seinem eigenen Team hat, gegen die man ungern spielen würde. Andererseits haben auch – vermeintlich dem Sieg dienende – unfaire Aktionen ihre Grenzen. Die Debatte, wo diese Grenzen anfangen und enden und ob sich daraus Konsequenzen für die WM ableiten lassen, kann nun geführt werden. Gleichzeitig – das ist leider auch ein Teil dieser Gemengelage – muss es dabei bei sportlichen Aspekten bleiben. Immer wieder werden Rüdiger und sein Kollege Vinicius Junior Opfer von rassistischen Beleidigungen. Mit ihrer Spielweise liefern sie zwar Raum für sportliche Kritik, das rechtfertigt aber niemals die diskriminierenden Äußerungen, denen sie anschließend ausgesetzt sind.

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