Wer macht den Kompany?

von Redaktion

„Nicht glücklich“: Bayern-Coach für Halbfinale gesperrt – in Paris muss ein Co-Trainer ran

Ein Team! Auch auf der Trainerbank sah man die Freude. In Paris muss man ohne Kompany jubeln. © Weber/Haist/Imago

München – Die Frage ließ freilich nicht lange auf sich warten, als Kultfigur Rodyse Munienge am Spielerparkplatz der Allianz Arena auftauchte und geduldig mit den Bayern-Fans für Selfies posierte und Autogramme schrieb. „Bist du beim nächsten Mal der Chef?“, wollte eine Anhängerin vom kultigen persönlichen Assistenten von Cheftrainer Vincent Kompany wissen, der mit einem Lachen verneinte.

Kompany sah beim furiosen 4:3 (2:3) gegen Real Madrid die dritte Gelbe Karte im laufenden Wettbewerb und muss das Halbfinal-Hinspiel in Paris von der Tribüne aus verfolgen. Der 40-Jährige darf nicht nur nicht an der Seitenlinie stehen, auch die Katakomben und die Kabine sind für ihn im Pariser Prinzenpark absolut tabu.

„Ich bin absolut nicht glücklich über die Gelbe Karte. Meiner Meinung hat mein Verhalten nicht dafür gereicht, wenn man die Emotionen im Spiel gesehen hat“, sagte der Belgier auf der Pressekonferenz nach der Partie und erklärte seine Sicht der Dinge: „Ich habe mit dem vierten Schiedsrichter gesprochen. Es ist ja seine Aufgabe, mit uns zu kommunizieren. Wenn meine Ausdrucksweise falsch gewesen wäre, würde es mir leid tun – aber sie war nicht falsch.“

Trotzdem steht die Sperre – und daher stellt sich die Frage: Wer ist in Paris der Boss? An Assistenten und möglichen Interims-Chefs mangelt es Kompany in seinem Trainerteam nicht: In Aaron Danks, Rene Maric und Floribert Ngalula hat der belgische Fußballlehrer drei Co-Trainer.

„Wir werden das als Trainerteam und Mannschaft gesund lösen, uns zusammensetzen und den Ablauf ganz in Ruhe besprechen. Ich mache mir da aber auch keine Sorgen“, blickte Kompany zuversichtlich auf den nächsten Königsklassen-Kracher am 28. April in der französischen Hauptstadt und war auch schon wieder zu Scherzen aufgelegt: „Meistens ist es Luis Enrique, der in der ersten Halbzeit auf der Tribüne sitzt – vielleicht kann ich mich ja neben ihn setzen. Was ich meine: Es bleiben die gleichen Spieler, die das Spiel entscheiden. Das ist das Wichtigste.“

Kurios: Bayern-Sportvorstand Max Eberl erfuhr erst nach Abpfiff beim Live-Interivew mit DAZN von der Sperre. „Jetzt ist der Trainer gesperrt – um Gottes willen“, sagte Eberl, um hinzuzufügen: „Auch da werden wir eine Lösung finden.“ Gelassener reagierte Manuel Neuer: „Das ist so eine Situation, die tangiert uns jetzt nicht auf dem Spielfeld.“ Beim entscheidenden Rückspiel gegen den Titelverteidiger am 6. Mai in München darf Kompany seinen Trainerjob wieder aktiv ausüben.M. BONKE, H. RAIF, V. TSCHIRPKE

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