Schwerstarbeit: Der FC Arsenal (hier Jesus) strahlt wenig Leichtigkeit aus, was vielen Kritiker missfällt. © Potts/dpa
London – Ein „seltsames Schauspiel“, eine „lustlose Leistung“ gar – „schmerzhaft“ anzusehen und die Zuschauer mit einem „Gefühl der Leere“ zurücklassend. Die englische Presse, sie ging mit dem FC Arsenal hart ins Gericht – dabei war es im Viertelfinale der Champions League doch gerade noch einmal gut gegangen. Nach dem 1:0 im Hinspiel zitterte sich das Team um Kai Havertz mit einem 0:0 zu Hause zum Weiterkommen gegen Außenseiter Sporting Lissabon. Die Fragezeichen bezüglich der Titelreife aber werden im Saisonendspurt immer größer.
Während sich Bayern München und Real Madrid parallel ein Zehn-Tore-Spektakel lieferten, reichten Arsenal zwei biedere Auftritte und ein einsamer Hinspieltreffer von Nationalspieler Havertz, um sich ins Halbfinale gegen Atlético Madrid zu schleppen. Es war, wie der Guardian seufzte, „wieder einmal schwer anzusehen“. Ein Rumpel-Spiel, das den kritischen Stimmen der letzten Wochen neue Nahrung gab.
„Wir sind nicht perfekt, aber was diese Spieler geleistet haben, ist wertvoll“, konterte Teammanager Mikel Arteta, und auch Declan Rice war die Kritik herzlich egal. „Was kümmert es uns, was andere denken?“, fragte er, während ein Hauch von Per Mertesackers Eistonnen-Spruch sein Interview umgab. Die Quintessenz von Rice‘ Aussagen: Kein Grund für Frustration, auf geht‘s in die letzten Wochen!
In der Liga hat Arsenal zwar noch sechs Punkte Vorsprung, doch der ist weniger komfortabel, als er klingt: Verfolger Manchester City hat ein Spiel weniger absolviert und wartet am Sonntag (17.30 Uhr/Sky) im direkten Duell. Es wird ein großer Charaktertest für den AFC, der seit 22 Jahren auf die Meisterschaft wartet und auch im FA Cup schon raus ist. Die spürbare Nervosität, die am Mittwoch auch das Publikum ausstrahlte, dürfte nicht helfen.SID