Vom Ex-Verein geehrt: 2003 gewann Pesic mit dem FC Barcelona die Euroleague. © X
Barcelona – Die letzte große Reise fiel immerhin komfortabel aus. Am späten Donnerstagnachmittag, nach knapp zweistündigem Flug, schwebte Svetislav Pesic mit seinem FC Bayern in Barcelona ein. Pünktlich genug für die Pressekonferenz, die die Clubs für den besonderen Moment im Mannschaftshotel organisiert haben.
Es war der Auftakt einer besonderen Abschiedsparty für den 76-Jährigen, die am Freitagabend vor dem finalen Euroleague-Spiel seiner Karriere beim FC Barcelona (69:95 (31:42)) mit einer Ehrung ihren Höhepunkt fand. Ausgerechnet im Palau Blaugrana, wo Pesic 2003 den katalonischen Traditionsverein zum besten Club Europas machte. Wo er nur ein paar hundert Meter entfernt eine Wohnung besitzt, in der heute Tochter Ivana mit Ehemann Jan Jagla lebt.
Da ist es eigentlich auch schon Nebensache, dass die Saison für ihn und die Bayern im Niemandsland der Euroleague zu Ende geht. Pesic hat den Job bei seinem „Herzensverein“ FC Bayern zum Jahreswechsel im Wissen übernommen, dass die Chancen auf die Postseason nach einer Horrorvorrunde „nicht besonders groß sind“. Doch er hat dem kränkelnden Münchner Team zumindest Leben eingehaucht. Hat die zwischenzeitlich auf den letzten Platz abgestürzten Bayern mit 12 Siegen wieder auf die Euroleague-Landkarte gebracht.
Und das ist eine von vielen Besonderheiten im sportlichen Leben dieses Mannes, der dem Trainerdasein demnächst nach über viereinhalb Jahrzehnten den Rücken kehrt. Wo Pesic war, war Erfolg. Und das, obwohl Pesic für seine sportlichen Aufgaben stets mehr die Herausforderung als das gemachte Nest suchte. Der FC Barcelona, ja, er führte den wohl besten Kader Europas zum Triple-Rundumschlag.
Doch sonst zog es ihn vornehmlich zu Clubs wie Alba Berlin, Lottomatica Rom, Dynamo Moskau, Valencia, Serbiens Basketball-Marke Roter Stern Belgrad oder eben den Bayern. Zu Vereinen, bei der mehr durch Entwicklung denn durch große Titel zu glänzen war. Das brachte ihm neben einer Flut von nationalen Titeln immerhin den Korac Cup mit Berlin (1995) und den Fiba Europe Cup mit Girona. Und dazu viele Achtungserfolge. Wie der erste Sieg des FC Bayern über die scheinbar unbezwingbaren Königlichen von Real Madrid. Das Bild, wie er nach getaner Arbeit den Ball auf die Tribüne des heutigen BMW Park kickte, ist unvergessen.
Und er wird sich von seiner großen Liebe Basketball ja nicht vollends abwenden. Das kann er nicht, „Basketball ist mein Leben“. Bei den Bayern wird Pesic bleiben. Wer würde daran zweifeln?RP