Stuttgarter Statisten? So stellen es sich die Bayern vor.
Der Weg zum Titel: Bayern braucht einen eigenen Sieg und Schützenhilfe von Hoffenheim gegen den BVB. © IMAGO (2)
München – Der spektakuläre Halbfinaleinzug gegen Real Madrid ist kaum verdaut, da steht schon das nächste emotionale Highlight an: Am Sonntag könnte der FC Bayern ganz offiziell deutscher Meister werden – wenn der BVB im Vorhinein „mitspielt“.
Die Schwarz-Gelben dürfen dafür nämlich bei ihrem Bundesliga-Duell in Hoffenheim am Samstag nicht gewinnen. Kein allzu unwahrscheinliches Szenario, schließlich ist die TSG extrem heimstark und kämpft aktuell noch um die Champions-League-Plätze. Für den BVB geht es dagegen um so gut wie nichts mehr, die Dortmunder haben zwölf Punkte Rückstand auf Platz eins und acht Punkte Vorsprung auf Rang drei. Sollte Dortmund also nicht gewinnen, könnte der FC Bayern mit einem Sieg am Sonntag gegen Stuttgart (17.30 Uhr, DAZN) den 35. Ligatitel auch rechnerisch klar machen.
Im Falle einer Dortmunder Niederlage würde sogar ein Unentschieden reichen. Und auch, wenn die Meisterschaft ohnehin seit Wochen entschieden ist, wollen die Münchner diese Chance natürlich nutzen: „Das würde diese Woche natürlich nochmal abrunden. Das wäre ein großartiger Abschluss“, erklärte Max Eberl daher nach dem Sieg gegen Real am Mittwoch. Gleichzeitig wollen die Münchner sich nicht auf dem Ligatitel ausruhen, sondern haben bereits die nächsten Aufgaben im Blick: „Vinnie, und das ist halt auch seine Art und Weise, hat gesagt: Das nächste Bernabeu wartet in Leverkusen. Da ist das nächste K.-o.-Spiel, das wir vor der Brust haben (DFB-Pokal-Halbfinale am Mittwoch, Anm. d. Red.). Und das eben fix mit der Meisterschale angehen zu können, das ist jetzt das große Ziel für die nächsten vier Tage.“
Dazu passt, dass der Rekordmeister auch im Falle des offiziellen Titelgewinns am Sonntag noch keine ausgiebige Feier samt Bierduschen geplant hat, sondern es den Spielern überlässt, wie sie spontan feiern möchten. Schließlich wartet nur vier Tage später das besagte Pokalduell mit Leverkusen, in dem es bereits um den nächsten wichtigen Titel geht. Und eine Woche später steht dann das Halbfinal-Hinspiel in der Champions League gegen Paris an – die Bayern befinden sich momentan also in der absoluten „Crunchtime“ der Saison.
Dabei hilft es freilich, an den wichtigsten und ehrlichsten Titel (so wie es die Vereinsbosse immer wieder betonten) auch offiziell einen Haken machen zu können und wichtigen Spielern vor den K.o.-Partien eine Verschnaufpause zu gönnen. Gleichzeitig droht dem FCB aber kaum ein Spannungsabfall, schließlich geht es auch in der verbleibenden Saisonphase noch um viel.
Einerseits wollen Spieler wie Jamal Musiala, Lennart Karl oder Tom Bischof die ausstehenden Spiele nutzen, um fit zu werden und sich für die WM zu empfehlen, beziehungsweise in Turnierform zu kommen. Dazu könnte der FCB den Rekord für die meisten Saisonsiege (29) einstellen. Jeder Treffer erhöht zudem den bereits geknackten Torrekord – und Harry Kane (31 Treffer) könnte auch noch die Bestmarke eines gewissen Robert Lewandowskis erreichen.VINZENT TSCHIRPKE