Sorgt sich: Magdeburgs Bennet Wiegert. © Gambarini/dpa
Köln – Am großen Finaltag musste Bennet Wiegert früher zurück in die Kölner Lanxess Arena, als ihm lieb war. Nicht das Endspiel (das die Füchse Berlin mit 42:33 gegen das Überraschungsteam Bergischer HC gewannen), sondern nur das ungeliebte Spiel um Platz drei blieb dem SC Magdeburg nach dem überraschenden Halbfinal-Aus im Final Four um den DHB-Pokal. „Es tut unheimlich weh“, sagte Wiegert. Wie ein „Trümmerhaufen“ habe die Kabine ausgesehen. Auf die Triple-Träume des ambitionierten SCM folgte tiefe Enttäuschung – auch bei den Fans.
„Für die tut es mir fast mehr weh als für die Mannschaft“, sagte Wiegert nach dem 3:4 im Siebenmeterwerfen am Samstagabend gegen den Bergischen HC: „Die Mannschaft hat wieder Spiele, die sie gewinnen kann. Aber die traurigen Gesichter der Leute zu sehen, das zerbricht mir das Herz.“
In einem packenden Overtime-Krimi hatte es nach 70 Minuten 27:27 gestanden (22:22, 11:11). Von der Linie blieb der krasse Außenseiter, der dem SCM ausgerechnet in puncto Mentalität an diesem Abend überlegen war, dann cooler. Magdeburg hatte sich zuvor auf dem eigens für das Final Four aufgebauten Glasboden überhaupt erst mühselig in die Verlängerung und das Siebenmeterwerfen gerettet.
Das bittere Aus habe Wiegert (44) kommen sehen. „Leider hat sich das etwas angedeutet“, sagte er bei Dyn: „Wir waren 2025 in besserer Form, 2026 sind wir schwer aus den Puschen gekommen. Heute hat es uns hart erwischt.“ Dass der SCM am Sonntag auch das kleine Finale gegen den TBV Lemgo Lippe mit 31:35 (15:16) verlor, passte ins Bild.
Statt mit dem Rückenwind des Pokalgewinns geht der SCM nun mit einem Dämpfer in den Saisonendspurt, in dem noch zwei Titel winken. „Momentan ist es eine große Enttäuschung. Aber in ein, zwei Wochen müssen wir weiterkommen. Da haben wir andere Spiele, auf die wir uns fokussieren müssen“, sagte der dänische Kreisläufer Magnus Saugstrup.
In der Champions League bietet sich dem Titelverteidiger im Viertelfinale die Chance, das Ticket für das nächste Final Four in Köln zu lösen: Das Hinspiel bei Pick Szeged steht am 29. April an.SID